Harte Schale, gesunder Kern: Nüsse senken Cholesterinwerte

14. June 2010 von Dorothee

Nüsse sind gut fürs HerzGesundheitsapostel hatten sie lange auf dem Kieker, denn sie sind FETT: Nüsse. Aber Fett ist eben nicht gleich Fett.

Milliarden von Eichhörnchen können nicht irren! Nüsse sind supergesund: reich an Magnesium, Eisen, Selen, Zink, Kupfer und Mangan und enthalten zudem Vitamin E und B-Vitamine, Lecithin und Phosphor. Durch letztere sind sie besonders gesund für Gehirn und Nerven. Die Kohlenhydrate aus Nüssen werden nur langsam freigesetzt. Dadurch erhöhen sie den Blutzuckerspiegel kaum.

Das Essen von Nüssen wirkt sich auch vorteilhaft auf den Cholesteringehalt im Blut aus. Das melden die Internisten im Netz. „Forschungsergebnis zeigen, dass der tägliche Verzehr von Nüssen den Blutspiegel des schädlichen LDL-Cholesterins senken und damit das Risiko von Herzerkrankungen reduzieren kann. Dabei scheint die Nusssorte keinen großen Einfluss auf den Effekt zu haben”, berichtet Dr. Norbert Smetak vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK). Er bezieht sich dabei auf eine Übersichtsarbeit von Forschern der Loma Linda Universität in den USA. Die Arbeit wurde in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Archives of Internal Medicine veröffentlicht.

Die Teilnehmer der Studie verzehrten durchschnittlich 67 Gramm Nüsse pro Tag. Dies bewirkte eine durchschnittliche Verringerung des LDL-Cholesterinspiegels um 7,4 Prozent. Bei Teilnehmern mit hohen Triglycerid-Werten, sanken diese im Schnitt um 10,2 Prozent. Je mehr Nüsse verzehrt wurden, desto stärker war der Cholesterin senkende Effekt. Verschiedene Nusssorten unterschieden sich dabei wenig in ihrer Wirkung.

DIW spricht sich für Ampelkennzeichnung aus

11. June 2010 von Dorothee

Ampelkennzeichnung auf FrühstücksflockenIn der Debatte um eine mögliche Kennzeichnung von Nährwerten in Lebensmitteln hat sich das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin klar für die Ampelkennzeichnung ausgesprochen. Und zwar auch aus ökonomischen Gründen. Denn das Übergewicht der schlecht ernährten Deutschen kostet ganz schön viel Geld. „Eine Kennzeichnung muss auch Verbraucher erreichen, die nicht so gebildet oder gesundheitsbewusst sind“, sagt DIW-Expertin Kornelia Hagen. Deshalb sei die Ampel besser geeignet als die alleinige Verwendung abstrakter Prozent- oder Grammzahlen.

Teures Übergewicht

Deutschland hat gemeinsam mit Großbritannien den europaweit höchsten Anteil an Übergewichtigen in der Bevölkerung. Übergewicht führt oftmals zu chronischen Folgekrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Gicht oder Typ-2-Diabetes. „Diese Krankheiten verursachen immense Folgekosten für Staat und Gesellschaft“, sagt Kornelia Hagen. „Der Staat hat also ein ureigenes Interesse daran, dass sich seine Bürger gesund ernähren.“

Die EU-Kommission will verbindliche Kennzeichnungen für den Nährwertgehalt von Lebensmitteln einführen. Bei der Ampel wird der Gehalt an Energie, Fett, Zucker und Salz mit Hilfe von Signalfarben gekennzeichnet. Dagegen läuft die Lebensmittelindustrie Sturm. Die Ampel sei zu simpel, entbehre jeder wissenschaftlichen Grundlage und führe Verbraucher in die Irre, warnen die Großkonzerne. Sie möchten die Verbraucher lieber selbst in die Irre führen bei ihrer GDA Kennzeichnung bleiben.

Entscheidung fällt Mitte Juni

Die Entscheidung im EU-Parlament wird voraussichtlich am 16. Juni 2010 fallen. Danach muss noch der Europäische Rat entscheiden, also die Regierungen der 27 Mitgliedsstaaten. Erst wenn sich beide einigen, gibt es europaweit eine neue, einheitliche Nährwertkennzeichnung. Denn ist eine EU-Verordnung beschlossen, muss diese 1:1 in den Nationalstaaten umgesetzt werden.

Für Kornelia Hagen ist die Ampel ganz klar die bessere Variante: „Der große Vorteil dieser Kennzeichnung ist, dass die Inhalte auf einen Blick zu erfassen sind. Das würde auch die Verbraucher erreichen, die sich nicht so bewusst ernähren.“ Und das sei wichtig, denn Untersuchungen hätten gezeigt: Gerade in bildungsfernen und sozial schwachen Schichten ist das Risiko von ungesunder Ernährung und Übergewicht besonders hoch.

Alles deutet daraufhin, dass die Ampel funktioniert

„Jede Information muss immer interpretiert werden“, sagt Kornelia Hagen und begegnet damit der gängigen Kritik an der Ampel: Produkte würden damit bewertet und als ungesund „abgestempelt“. „Natürlich ist es mit der Ampel allein nicht getan“, sagt Kornelia Hagen, „Der Staat muss auch auf anderen Wegen über gesunde Ernährung informieren, etwa durch entsprechenden Schulunterricht. Aber die Ampel ist ein gutes erstes Signal – und alle Ergebnisse der Verhaltensökonomie deuten darauf hin, dass sie besser funktionieren wird als andere Modelle.“

Wer’s ganz genau wissen will, kann den Bericht von Kornelia Hagen downloaden. Das DIW bietet auch ein Interview zum Download an.

Quelle: DIW, Bild: Foodwatch

Der WeltnichtraucherINNENtag

31. May 2010 von Dorothee

Heute ist Weltnichtrauchertag und es geht schwerpunktmäßig um die Frauen. Und das aus gutem Grund: Während bei Männern in Deutschland die Raucherquote in den letzten zehn Jahren von 32 auf 27 Prozent gesunken ist, liegt sie bei Frauen weiter konstant bei knapp über 20 Prozent.

Rauchen schadet den Frauen besonders

Frauen, die mit der Pille verhüten und rauchen sind besonders gefährdet, zum Beispiel eine Thrombose in den Beinvenen zu entwickeln. Auch das Risiko für Osteoporose erhöht sich deutlich. Ein Riesenproblem ist auch das Rauchen in der Schwangerschaft und danach. In den ersten neun Monaten nach der Geburt ist das Risiko des plötzlichen Kindstodes bei Babys von rauchenden Müttern um das Acht- bis Sechzehnfache höher als bei Kindern von Müttern, die nicht rauchen.

Ungleicher Kampf

Die Zigarettenindustrie hat längst Marketingstrategien entwickelt, um die Zielgruppe Frauen besser zu erreichen. Da sollte das Marketing der Gegenseite nicht zurückstehen. Tut es aber. Tabakunternehmen investieren hohe Summen in Marketing und Werbung, die speziell auf das weibliche Marktsegment ausgerichtet sind. Dagegen sind die Budgets, die zur Aufklärung über das Rauchen oder für Aussteigerprogramme ausgegeben werden, geradezu lächerlich. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung möchte in Zukunft Frauen gezielt ansprechen.

“Light”-Zigaretten – aus gutem Grund verboten

Eine Strategie, die vor allem Frauen ansprechen sollte, war die Einführung von so genannten “Light”-Zigaretten. Die enthielten weniger Nikotin und Teer und wurden von den Herstellern als “mild”, “leicht” oder “light” bezeichnet. Dadurch sollte der Eindruck entstehen, dass diese Zigaretten weniger gesundheitsschädlich seien.

Das Gegenteil ist der Fall. Und zwar nachgewiesen: Wer mit einer Zigarette weniger Nikotin bekommt, raucht mehr und inhaliert tiefer. Gerade dieses tiefere Einatmen des Tabakrauchs begünstigt die Entstehung einer besonders schwer zu behandelnden Lungenkrebsform.

Seit 2003 dürfen in der gesamten EU keine irreführenden Angaben über die Schädlichkeit von Tabakprodukten mehr gemacht werden. Begriffe wie “Light” oder “Mild” sind verboten.

Irreführung mit anderen Mitteln

Die Werbewelten einer Reihe von Zigarettenmarken sind gezielt auf die Lebenswelten von Frauen abgestimmt. Dabei spielt die Farbgebung eine wichtige Rolle. So erinnern die Zigarettenpackungen absichtlich oft an Diätprodukte und sollen die ohnehin in den Köpfen vorhandene Verknüpfung „Rauchen = Schlank sein“ verstärken. Wer Angst hat, durch den Rauchstopp zuzunehmen, kann sich bei der BzgA Hilfe holen.

Insbesondere gesundheitsbewusste Frauen sollen über ein helles, freundliches Farbdesign angesprochen werden. Eine kanadische Studie aus dem Jahr 2009 hat nachgewiesen, dass das Design einer Zigarettenverpackung maßgeblich mit darüber entscheidet, wie gesundheitsschädlich die Zigaretten eingeschätzt werden. Eine hellblaue Schachtel – im Vergleich etwa zu einer dunkelblauen Verpackung – suggeriert, dass eine Zigarette aus dieser Verpackung weniger Teer enthält und ihr Konsum weniger Gesundheitsrisiken birgt. Die gleiche Studie ergab auch, dass Bezeichnungen wie zum Beispiel “Silber”, durch die Verbotenes wie “light” und “mild” erstezt wurde, mit einer geringeren Gesundheitsschädlichkeit assoziiert werden.

Die Chefin der BzgA, Frau Professor Dr. Elisabeth Pott hat einen Audiobeitrag zum Thema Frauen und Rauchen gesprochen. Ich habe sie mal auf einem Kongress erlebt. Tolle Frau. Superkompetent und trotzdem nett und unterhaltsam. Mir persönlich babbelt in diesem Beitrag der Sprecher zu viel und Frau Dr. Pott zu wenig, aber trotzdem: Reinhören!

Quelle und Bild: BzgA

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Gute Sache: Tore für Afrika

21. May 2010 von Dorothee

Fussball vor südafrikanischer Flagge/Alle Welt fiebert der Fußball-WM entgegen, die dieses Jahr in Südafrika stattfindet. Der Kölner Arbeitskreis Menschen für Menschen hat aus diesem Anlass die Aktion „Tore für Afrika“ ins Leben gerufen. Die rund 20 Ehrenamtlichen aus Köln und Umgebung setzen sich in ihrer Freizeit für Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe Menschen für Menschen ein.

Menschen für Menschen betreibt in Äthiopien integrierte ländliche Entwicklungsprojekte. Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung werden unterschiedliche Projekte ganzheitlich angegangen und miteinander verzahnt. Diese schließen agro-ökologische Projekte, den Bau von Brunnen, Mädchenwohnheimen und Schulen ebenso ein wie den Ausbau des Gesundheitswesens und immer intensiver auch Ausbildungsprogramme und aufklärende Maßnahmen zur Besserstellung der Frauen in der Gesellschaft.

Zur Aktion: Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Welt. Um den Menschen in Äthiopien zu helfen, suchen wir Tor-Paten, die sich für Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe Menschen für Menschen einsetzen möchten.

Wie kann ich Tor-Pate werden?
Ganz einfach: Für jedes Tor, das alle afrikanischen Mannschaften bei der WM 2010 schießen (es nehmen teil: Südafrika, Algerien, Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Nigeria), verpflichtet sich der Pate, einen bestimmten Geldbetrag zu spenden. Der Betrag kann frei gewählt werden, sollte aber mindestens 1 Euro betragen. Entscheiden Sie sich zum Beispiel für 2 Euro pro Tor, und die afrikanischen Mannschaften schießen bis zum Ende der WM in Summe 18 Tore, spenden Sie 36 Euro an Menschen für Menschen.

Also: Afrika vor! Noch ein Tor!

Weitere Informationen: http://torefuerafrika.wordpress.com

Von Lebensrettern und Zellpiraten (TV-Tipp)

19. May 2010 von Dorothee

Bild eines VirusIn der aktuellen Themenwoche mit dem hübschen Namen “Stille Killer” zeigt 3Sat heute Abend um 20.15 Uhr die Folge “wissen aktuell: Zellpiraten”. Es geht um unsere Bewohner, Eroberer und ständigen Begleiter: Mikroorganismen.

In unserem täglichen Sprachgebrauch gilt “keimfrei” als gut und erstrebenswert. Dabei sind Bakterien äußerst nützlich: Man kann sie beispielsweise in Beton mischen, ohne dass sie es einem übel nehmen. Im Gegenteil: Sie überleben heimlich, still und leise viele Jahrzehnte lang und sobald sich Risse im Beton bilden, schließen sie diese durch ihre Stoffwechselprodukte wieder. Wenn das kein Knaller ist! Labors weltweit testen systematisch die Eigenschaften von Mikroben, um sie für uns nutzbar zu machen, sei es um neue Medikamente zu finden, Kunststoffe herzustellen oder Waschmittel zu verbessern.

Bakterien waren zuerst da

Bakterien waren die ersten Lebewesen auf der Erde. Aber anstatt ihre Handtücher über die freien Liegestühle zu schmeißen und sich schon mal die Weltherrschaft zu sichern, haben sie freundlicherweise den ersten Sauerstoff zu produziert. Davon gehen Wissenschaftler jedenfalls derzeit aus. Zur Belohnung dürfen die Bakterien uns bewohnen.

Wir sind bewohnt

Auf und in jedem von uns leben ständig etwa 100 Billionen Mikroben. Also etwa zehn pro Körperzelle. Wir sind in der Unterzahl. Jede Körperregion hat ihre eigenen Bakterien: wir brauchen sie zum Beispiel zur Verdauung und Immunabwehr. Seit kurzem erstellen US-Forscher einen Atlas der Mikrobenbesiedlung.

Gute Mikroben, böse Mikroben

Die meisten Bakterien sind einfach da und tun nichts gutes und nichts böses. Einige sind sehr nützlich, ja sogar lebenswichtig und einige wenige können fiese Krankheiten wie Pest, Tuberkulose, Diphtherie oder Lepra verursachen. Viren sind dagegen viel weniger nützlich: Kaum schwächelt unsere Abwehr ein bisschen, übernehmen sie blitzschnell das Steuer. Sie dringen in unsere Körperzellen ein und zwingen ihnen ihre eigenen Baupläne auf.

“wissen aktuell: Zellpiraten” ist im Rahmen der 3sat-Themenwoche “Stille Killer” von Mittwoch, 17. bis zum Freitag, 21. Mai, in 3sat zu sehen. Der nächste Beitrag, Teil 1 von “Das Imperium der Viren”, folgt am Donnerstag, 20. Mai, 20.15 Uhr. Ich bin gespannt!

Quelle: 3Sat, Bild: iStockphoto

Rosa Wundersalbe: WDR trennt sich von Redakteur

17. May 2010 von Dorothee

Psoriasis (Bild: iStockphoto)Erinnern Sie sich noch an Regividerm®? Das war die rosa Hautsalbe, die im letzten Jahr als angeblich wirksames Mittel gegen Schuppenflechte und Neurodermitis Schlagzeilen gemacht hat.
In einem Fernsehbeitrag der ARD mit dem Titel „Heilung unerwünscht.“ wurde die Salbe mit den Bestandteilen Vitamin B 12 und Avocadoöl vorgestellt.

Hauptthese des Films war, dass Pharmaunternehmen die Markteinführung des Mittels verhinderten, um Konkurrenz für ihre eigenen, teureren Medikamente auszuschalten. Trotz äußerst dürftiger Studienergebnisse machten sich Menschen, die unter den beiden Krankheiten leiden, Hoffnung auf Heilung. Film- und Buchautor Klaus Martens trat bei “hart aber fair” mit Frank Plasberg auf, wo er seine Vorwürfe noch einmal bekräftigte.

Neben inhaltlicher Kritik an dem Film wurden auch Zweifel an der Unabhängigkeit des Autors laut: Überraschend schnell nach der Ausstrahlung des Films kam Regividerm® in den Handel. Quasi gleichzeitig meldete der Dumont Buchverlag das Erscheinen des Buches zum Film von Klaus Martens „Heilung unerwünscht. Die dramatische Geschichte eines Medikaments“. Ein PR-Konzept wie aus dem Lehrbuch.

Jetzt hat die Geschichte ein spätes Nachspiel: In einer Pressemeldung des WDR heißt es:

Mit sofortiger Wirkung hat der WDR einen Redakteur und Autor aus dem Programmbereich Politik und Zeitgeschehen Fernsehen vom Dienst freigestellt und arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet. Der WDR sieht es nach eingehender Prüfung als erwiesen an, dass der Mitarbeiter als Autor des ARD-Features “Heilung unerwünscht: Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern” gegen Programmgrundsätze verstoßen und falsche Angaben gegenüber dem WDR gemacht hat.

Gegen den Film wurde formelle Programmbeschwerde erhoben. Der Rundfunkrat des WDR hat die Vorwürfe geprüft.

Die Prüfung hat ergeben, dass der Mitarbeiter seine unmittelbaren Vorgesetzten, die Fernsehdirektorin und die Intendantin und damit mittelbar auch die Gremien wiederholt über den Zusammenhang von Sendedatum und Buchveröffentlichung getäuscht und in einer dienstlichen Erklärung falsche Angaben gemacht hat.

Schuppenflechte und Neurodermitis sind sehr belastende Krankheiten. Nach dem derzeitigen medizinischen Wissen sind sie nicht heilbar. Medikamente, die die Symptome dämpfen können, haben zum Teil drastische Nebenwirkungen. Eine einfache, nebenwirkungsfreie Heilmethode wäre eine Erlösung für die geplagten Patienten.

Wer es ganz genau wissen will, kann sich eine akribische Analyse des umstrittenen Films ansehen. Die Journalisten Nicole Heißmann und Volker Stollorz haben sich die Mühe gemacht, den ganzen Film Szene für Szene auseinander zu nehmen und Halbwahrheiten, Andeutungen und Weglassungen zu recherchieren. Erschienen ist ihre Ananlyse im WPK Quarterly, dem Magazin der Wissenschafts-Pressekonferenz e.V., einem Berufsverband von Wissenschaftsjournalisten.

Quelle: WDR/Bild: iStockphoto

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Arznei aktuell - Alle Arzneimittel auf dem iPhone

14. May 2010 von Hans

 

Wer ein iPhone hat, und sich auch nur ein wenig für Gesundheit interessiert, sollte diese App herunterladen.

Arznei aktuell ist eine Datenbank mit allen in Deutschland verkehrsfähigen verschreibungs- und apothekenpflichtigen Arzneimittel sowie Medizinprodukte mit Arzneicharakter und OTX-Präparate) (Aussage des Herstellers ifap).

Ist die App einmal auf das iPhone geladen (auch iPod Touch und iPad) braucht sie keine Internetverbindung mehr, weil alle Daten auf dem Gerät gespeichert werden. So können Sie auch in der entferntesten Region ohne Funkverbindung das richtige Medikament gegen Ihre Beschwerden finden und auch ohne Beipackzettel die Dosierungsanleitung für bestimmte Tabletten nachschlagen.

Zu über 60.000 finden Sie alle diese Informationen:

  • Handelsname
  • Apotheken-Verkaufspreis in Euro
  • Patienten-Zuzahlung in Euro
  • Wirkstoff(e), Darreichungsform und ATC-Code
  • Packungsgrößen
  • Anwendungsgebiet (Indikation)
  • Dosierunganleitung
  • Nebenwirkungen
  • Gegenanzeigen (Kontraindikationen)
  • Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei der Einnahme
  • Schwangerschafts- und Stillzeithinweise
  • PZN
  • Hersteller (incl. Adresse, Telefon- und ggf. Faxnummer)

Hier noch einmal der Link zum kostenlosen Download:

Arznei aktuell im iTunes-Store

Hinweis: Bildschirmfotos vom Hersteller.

Wie man Kindern gesunde Ernährung (nicht) näher bringt

3. May 2010 von Dorothee

Vom 07. März bis 11. April 2010 fanden im Odysseum in Köln die CLEVER essen – Ernährungswochen 
statt. Wir waren mit Kind und Kegel dort. Fazit: Es war eine Farce, die in aller Ironie aufzeigt, was schief läuft bei all den gut gemeinten Aktionen, die Kindern gesundes Essen beibringen sollen.

In einem Eckchen in der Eingangshalle können Kinder Aufgaben zum Thema gesunde Ernährung lösen. Zum Beispiel an einer Magnetwand eine Ernährungspyramide zusammenbasteln. Schön das böse Fett ganz nach oben und unten schön viel frisches Gemüse und Obst.

Eine niedliche Kuhattrappe kann gemolken werden – ach ja, die gute Milch! Nachdenklich laufe ich an den aufgetürmten Tetrapacks vorbei, die nachher an die lieben Kleinen verteilt werden sollen. Milch? Fehlanzeige! Milchmischgetränke mit Schoko-, Erdbeer- und Vanillearoma stehen da. Kindern Milch anzubieten, die nur nach Milch schmeckt, ist ja auch ein verwegener Gedanke. Oder?

Nachdem die Kinder brav ihre Ernährungspyramide gebastelt haben, bekommen sie Hunger. Das Museumsrestaurant ist ja gleich nebenan.

Und jetzt möchte ich mal einen Menschen sehen, der auch nur mit halbem Ohr mal etwas über gesunde Ernährung gehört hat und dem es bei diesem Angebot nicht die Schuhe auszieht: Sie können wählen: Pommes, frittierte (!) Wurst, aus Pulver angerührte, dicke Soßen, auf denen sich während ihrer Zeit in der Wärmetheke eine dunkle Haut gebildet hat, paniertes und frittiertes Geflügelfleisch, panierte und frittierte Schnitzel, ein mit einer daumendicken Schicht Käse überbackenes, auflaufartiges Ding. Ein Teller mit welkem Salat steht stolz in einer beleuchteten Vitrine, als wisse er von seiner wichtigen Funktion als einziges pflanzliches und nicht frittiertes Lebensmittel. Selbstverständlich ist er mit Hähnchenstreifen verziert.

Weil das alles nicht so lecker und gesund klingt, hat sich die Marketingabteilung pfiffige Namen für das ganze Elend ausgedacht. Ich hab’s schon wieder vergessen, irgendwas mit Seeräuberteller und Forschermenü...uah.

So augenfällig absurd wie hier treffen die beiden Botschaften, die Kindern in puncto Ernährung vermittelt werden, selten aufeinander: Erst lernen wir, was gesunde Ernährung ist und dann fressen wir alles, was nicht dazu gehört. Das müssen die Kinder doch kapieren, oder?

All diese tollen Programme, in denen vor staunenden Kinderaugen ein echter Apfel zerteilt und zum probieren herumgereicht wird, wo kindgerecht Vollkorn- und Milchgenuss propagiert wird, bräuchten wir nicht, wenn sich die Erwachsenen gut ernähren würden. Und wenn die Kinder im Alltag ganz selbstverständlich gut ernährt werden würden. Wenn für Schulmittagessen und die Verpflegung in Kindergärten Küchenkräfte angestellt würden, die frische, abwechslungsreiche Speisen zubereiten. Wenn es in jeder Klasse und in jeder KiTa-Gruppe jeden Tag einen Obstteller zum Zugreifen gäbe.

Und wenn klar wäre, dass man in einem Museum mit der Zielgruppe Kinder eben keinen frittierten Müll im Restaurant anbietet. Ja, dazu braucht es etwas mehr Mühe, bessere Zutaten und ein gutes Konzept. Es ist aber machbar. Ich habe es gesehen. Zum Beispiel im Geocenter Moens Klint, Dänemark: Bioessen + lecker + gut zubereitet. Oder auf der Museumsinsel Hombroich, Deutschland. Da gab es Pellkartoffeln, Kräuterquark, Salat, Tomaten, Eier, Brot und Obst – einfach so – als wäre es das normalste von der Welt.

Theorie und Praxis…Nichtraucherschutzgesetz

28. October 2009 von Dorothee

Zigarettenstummel

Unter dem Titel: “Schwarze Schafe gibt es immer” gibt der SPD-Bundestagsabgeordnete Lothar Binding der “Trokkenpresse”, einer Berliner Informationszeitschrift zum Thema Sucht ein sehr lesenswertes Interview zum Nichtraucherschutzgesetz und – angenehm selbstkritisch – zum Problem der Inkonsequenz. Trotzdem möchte er das ganze nicht als Misserfolg werten. Er sagt:

“Bisher wurde fast überall geraucht, und der Nichtraucher musste darum bitten, doch “hier” oder “solange gegessen wird” oder solange “die Kinder noch hier spielen” nicht zu rauchen. Der “Nichtraucher” war der Störenfried, der den Normal(?)fall in Frage stellt, der die Normalität stört, der Ungemütliche, der Kleinliche, der Intolerante.
Dies hängt auch damit zusammen, dass der Raucher ja keinem etwas Böses will. Er will nur in Ruhe sein Nikotin inhalieren. Aber indem er raucht, kontaminiert er als Einzelner den gesamten Raum – alle anderen leiden unter dem erhöhten Krankheitsrisiko. Das ist für den Raucher unvermeidbar #8211; und nun gebeten zu werden, das “Unvermeidbare”, nicht b-segemeinte zu unterlassen, erschwert den freundlichen Dialog doch erheblich. Dieser Dialog muss nun nicht mehr geführt werden, weil im Regelfall nicht geraucht wird, der Raucher geht kurz vor die Tür und der Konflikt in den Innenräumen ist entschärft.”

Tja…so weit die Theorie. Jetzt zu meiner praktischen Erfahrung (eventuell NRW-spezifisch):

1. Neulich habe ich mich mit einer Freundin abends verabredet. Sie raucht (aber nur noch bis Silvester, stimmt’s, Tina? :-)) – ich nicht. Wir waren beide schon längere Zeit nicht mehr in dem Lokal gewesen. Vorher sagte sie noch: “Au weia, da ist jetzt bestimmt Rauchverbot!” Aber nein, keine Sorge…als wir dort ankamen, prangte am Eingang ein Schild: “Ab 17.00 Uhr Raucherclub”.

2. Besuch im asiatischen Selbstbedienungsrestaurant. Bisher handelte es sich um ein Nichtraucherrestaurant – einfach so. Jahrzehntelang. Als wir neulich wieder einmal dorthin kamen (Meine Kinder liiiieben dieses Restaurant), lag unser Lieblingsplatz am Fenster plötzlich im “Raucherbereich”: Hä? Auf meine erstaunte Nachfrage erklärte mir die freundliche Servicekraft: “Ja, das ist wegen des Rauchverbots. Die Leute fragen uns jetzt immer, wo denn der Raucherbereich ist:” Der Raucherbereich ist vom Nichtraucherbereich durch eine Treppe getrennt…ja, richtig gelesen. Eine Treppe. Nichtraucher sitzen unten und atmen exakt die gleiche Luft wie die oben am Fenster sitzenden Raucher. Toll. Danke, Nichtraucherschutzgesetz!

3. Es gibt hier um die Ecke ein sehr schönes Nichtraucher-Café, schon lange vor dem offiziellen Verbot hatten sie erst einen rauchfreien Tag pro Woche zum Testen. Als sie an diesem Tag deutlich mehr Essen verkauften als an allen übrigen, haben sie komplett auf rauchfrei umgestellt. Sehr angenehm. Nach einem langen, lustigen Kneipenabend kommt man heim und duftet nach – NICHTS! Sensationell. Im Sommer konnte ich mich dort mit rauchenden und nichtrauchenden Freunden treffen. Jetzt, im Winter, schauen einen die Raucher mit einem mitleiderregenden Dackelblick an und seufzen: Können wir nicht lieber woanders hin? Es ist sooo kalt! Naja, und man will ja auch kein Unmensch sein…Raucher haben ja eh so anfällige Bronchien, wer möchte sie da noch der Kälte aussetzten? Also, ab in den nächsten Raucherclub – so eine Nichtraucherlunge hält das schon mal aus.

Pflanzenkunde mit Stern

7. November 2008 von Dorothee

Screenshot SternDer Stern will mir helfen, die Erkältungszeit zu überstehen. Deshalb schickt er mir Tipps zum Thema Pflanzenheilmittel. Das ist nett. Aber ich fürchte, der Floristik-Praktikant ist beim Zusammenstellen der Tipps ein bisschen ins Trudeln geraten. Oder warum sonst prangt neben dem Hinweis, dass ich regelmäßig einen Tee aus Holunderblüten, Hagebutten, Melissen- und Himbeerblättern trinken soll, ein Kiefernzweig?
Gut, das Kompostbild geht als Symbolfoto für “gemischte Kräuter” noch durch, aber das hier ist beim besten Willen keine Kamille. Bitte inhalieren Sie nicht damit!

Segensreiche Wirkung auf entzündete Nasennebenhöhlen hat dem Stern zufolge eine Inhalation mit einer Mischung aus Latschenkiefern-, Eukalyptus- und Thymianöl. Gut möglich. Mit dem abgebildeten Holunderzweig können Sie inhalieren, wenn Sie möchten…vielleicht tut die Wärme Ihrer Nasennebenhöhle ja trotzdem gut.

Ja, Echter Eibisch und Hibiskus sind verwandt…Dieses rote Prachtexemplar stellen Sie sich trotzdem lieber auf die Fensterbank. Wäre doch schade, daraus einen Tee zu kochen, der dann nicht mal ordentlich wirkt. Dafür ist der unscheinbarere Echte Eibisch der bessere Kandidat.

Das erinnert mich an mein allererstes Praktikum vor sehr vielen Jahren in einer Werbeagentur. Ich sollte für den örtlichen Mercedes-Händler eine Zeitungsanzeige basteln. Im Hintergrund sollten kleine Autos rumflitzen. Mit viel Hingabe habe ich mit einem vorsintflutlichen Bildbearbeitungsprogramm hübsche Autos gedreht, gespiegelt, hin und her gewendet. Ich war hingerissen von meinem Werk. Mein Chef hatte nur ein paar dürre Worte für mich: “Das sind VW-Käfer. Das geht nicht. Machen Sie das noch mal neu.”

Für mich ist heute noch Auto gleich Auto. Da kann ich zu Pflanzen schon ein bisschen mehr klugscheißern.