Verhütungsmethode: Keine freie Wahl
Die Wahlfreiheit der Verhütungsmethode in Deutschland ist nach Einschätzung der Familienplanungsorganisation pro familia aus finanziellen Gründen nicht mehr gewährleistet.
«Die Kosten für Verhütung sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Insbesondere für Bezieherinnen von Sozialgeld und Arbeitslosengeld II ist das Spektrum der möglichen Verhütungsmethoden aus finanziellen Gründen deutlich eingeschränkt», kritisierte die Organisation am Dienstag in Frankfurt zum Weltfrauentag. Für Frauen und Paare mit niedrigem Einkommen sei es schwierig, Verhütungsmittel zu bezahlen, wenn einmalige hohe Kosten anfielen wie etwa bei der preiswerteren Monatspackung der Pille, einer Spirale, einem Hormonimplantat oder einer Sterilisation.
Das Bundessozialhilfegesetz sehe zwar grundsätzlich eine Hilfe zur Familienplanung für Sozialgeldempfängerinnen vor, doch seit in Kraft treten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes (GMG) 2004 stünden sich zwei gegensätzliche Positionen gegenüber, und die meisten Kommunen und Kreise erstatteten weder die Kosten für Verhütungsmittel, noch berücksichtigten sie den Bedarf.
Pro familia fordert den kostenlosen Zugang zu Verhütungsmethoden für Sozialgeld- und Arbeitslosengeld II-Empfängerinnen. Bei der Finanzierung einer Sterilisation (bis zu 1000 Euro) müsse es Ausnahmeregelungen für Einkommensschwache geben. Medizinisch empfohlene Kontrolluntersuchungen für Frauen, die mit der Spirale verhüteten, sollten in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen werden.
(Quelle: journalmad.de)

