Kampagne gegen Alkoholmißbrauch bei Jugendlichen
Kinder vertragen keinen Alkohol. Das liegt unter anderem daran, dass bei Kindern der Entwicklungs- und Wachstumsprozess zahlreicher Organe noch nicht abgeschlossen ist.
Besonders gefährlich: Alkohol wirkt bei Kindern anders als bei Erwachsenen. Beim Erwachsenen zeigt der Alkohol parallel zur Trinkmenge stufenweise seine Wirkung, von Entspannung über Enthemmung, Schläfrigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit im schlimmsten Fall. Kinder können dagegen bereits ab einem Promillewert von 0,5 Promille das Bewusstsein verlieren, und zwar schlagartig – ohne Vorwarnung!
Leider steigt die Zahl der jugendlichen Alkohol-Konsumenten kontinuierlich. Nach einer Studie gaben 1998 sieben Prozent der befragten Schüler in Sachsen-Anhalt an, regelmäßig Alkohol zu trinken, 2003 waren es 29 Prozent.
Unter der Schirmherrschaft von Gerry Kley, Gesundheitsminister von Sachsen-Anhalt, ist in Magdeburg die Kampagne “Klartext reden!” gegen Alkoholmißbrauch bei Kindern und Jugendlichen gestartet worden. Die Aktion richtet sich an Eltern von Schülern im Alter von 12 bis 18 Jahren.
Die Kampagne wurde vom Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosenindustrie und Importeure (BSI) initiiert und von Wissenschaftlern mit Vertretern des Bundeselternrates entwickelt.
Der Kinder- und Jugendschutz habe Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen, sagte Angelika Wiesgen-Pick vom BSI. Bis Jahresende sind laut Kley 15 Workshops mit Psychologen und Suchtexperten geplant. Begleitend werde eine Evaluation zur Wirksamkeit der Maßnahmen vorgenommen.
Unter www.klartext-reden.de können sich Eltern über 12 Regeln zum Umgang mit Alkohol informieren. Die Kampagne nennt Warnzeichen für mögliche Alkoholprobleme bei Kindern und gibt Tipps, wie das Thema im Gespräch möglichst “erfolgreich” angeschnitten werden kann. Alle Fakten, Ratschläge und Adressen stehen auch in einer Broschüre, die man kostenlos downloaden kann.


20. March 2006 um 22:47
[...] [via Gesundheitsblog] [...]
14. July 2006 um 14:35
Vielen Dank für den Hinweis zu dieser Kampagne. Ein gutes Beispiel, dass die Alkoholwirtschaft durchaus Produktverantwortung übernimmt und eine nützliche Kampagne ins Leben gerufen hat. Aus meinem Bekanntenkreis haben bereits Eltern an so einem Workshop teilgenommen und waren sehr positiv überrascht: Ein engagierter Psychologe als Referent, ein offener Meinungsaustausch mit anderen Eltern und ehrliche Tipps. Also ich würde mich freuen, wenn mal ein Workshop in der Nähe (in BW) stattfinden würde….Grüße Harry Graf
15. December 2009 um 13:59
[...] Alkohol bei den Kindern und Jugendlichen viel anders wirkt als bei den Erwachsenen (mehr dazu im Gesundheitsblog), wissen die meisten leider nicht oder bemerken es erst, wenn es dafür schon zu spät ist. [...]