Blutegel - Heilen mit Biss
Er hat fünf Augenpaare, zwei Mäuler mit je 240 spitzen Zähnen und er ernährt sich von Blut. Eine Beschreibung wie aus einem Horrorfilm - dennoch: In der Medizin leistet der Süßwasseregel Hirudo medicinalis wertvolle Dienste.
Ein Blutegel ist die reinste Mini-Apotheke. Bis zu 40 Inhaltsstoffe vermuten Forscher im Speichel der Tiere, gerinnungshemmende und gefäßweitende, entkrampfende, entzündungshemmende und schmerzlindernde.
“Wir wissen nicht genau: Ist es das Gemisch, das wirkt, oder sind es einzelne Stoffe?”, sagt Andreas Michalsen. Er ist einer der führenden Forscher auf dem Gebiet der Egeltherapie. In der Abteilung für Naturheilkunde des Klinikums Essen-Mitte hat er bereits mehr als 1000 Arthrosepatienten mit Hilfe von Blutegeln behandelt. Das linderte die Gelenkschmerzen, ausgelöst durch verschlissene Knorpel, so erfolgreich, dass seine Arbeiten sogar im renommierten Fachmagazin “Nature” Erwähnung fanden.
Heilend zubeißen tun die Blutegel keineswegs aus reiner Menschenliebe: Sie sind Parasiten und leben von dem, was sie bei ihrem Wirt schmarotzen. Die heilsamen Inhaltsstoffe des Speichels sorgen dafür, dass sie möglichst lange und ungestört saugen können.
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(Quelle: stern.de)

