Nie wieder Tierversuche?

Der TÜV Rheinland will mit einem neu entwickelten Prüfverfahren für Chemikalien künftig Hunderttausende von Tierversuchen überflüssig machen.

Das am Dienstag in Düsseldorf vorgestellte Verfahren setzt Stammzellen von Mäusen ein, die zu Herzgewebe heranreifen. Nach Zugabe von Testsubstanzen lasse sich exakt messen, ob und wie diese das Zellgewebe schädigen. Je nach Testsubstanz könne mit dem R.E. Tox genannten Verfahren pro Prüfdurchgang auf 150 bis 300 Tierversuche verzichtet werden, hieß es. Darüber hinaus beschleunige das Verfahren auch die Analyse. Schon nach 21 Tagen liege ein Testergebnis vor. Bei Tierversuchen seien es derzeit acht Monate. Darüber hinaus komme bei R.E. Tox gegenüber dem Tierversuch nur ein Tausendstel der Testsubstanz zum Einsatz.

Der TÜV ließ das Verfahren vor dem Hintergrund der geplanten europaweiten Chemikalienverordnung entwickeln. Damit soll die chemische Industrie künftig zur Prüfung von 30 000 Altchemikalien verpflichtet werden, die bereits seit Jahren auf dem Markt sind, deren gesundheitliche Wirkung aber nicht bekannt ist. Fachleute rechnen daher mit einer deutlichen Ausweitung der schon jetzt allein in Deutschland jährlich rund zwei Millionen Tierversuche.

(Quelle: Netdoktor)

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