Die vermeidbare Seuche
Weltweit gehen Maserninfektionen zurück – ausgerechnet in Deutschland nehmen sie zu.
Die Zahl der Menschen, die jährlich an Masern sterben, ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO seit 1999 um 60% zurückgegangen. 2001 hatte die WHO eine Initiative gestartet, die eine Halbierung der Zahl der Maserntoten bis 2005 zum Ziel hatte. Dieses Ziel wurde nun sogar übertroffen.Die Generaldirektorin der WHO, Margaret Chan, nannte dieses Ergebnis einen “historischen Erfolg globaler Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung”.
Die Entwicklung der Maserninfektionen in Deutschland nennen viele Experten hingegen beunruhigend. In den letzten paar Jahren nahm die Häufung von Maserninfektionen drastisch zu.
Masern sind eine der ansteckendsten Krankheiten der Welt. Bei kritischen Verläufen kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Lungen- und Hirn- und Hirnhautentzündung kommen. Diese betreffen jedes fünfhundertste infizierte Kind, wovon jedes dritte bleibende Schäden davonträgt oder sogar an den Folgen stirbt. In Ländern, wo die Menschen keinen oder nur sporadischen Zugang zu ärztlicher Versorgung und Medikamenten haben, sterben bis zu 30% aller Maserninfizierten.
Günstige und effektive Impfstoffe gegen Masern gibt es schon seit 40 Jahren. Inzwischen kostet eine Impfung nur noch einen Dollar. Trotzdem starben 1999 weltweit noch 875 000 Menschen an den Masern, die meisten von ihnen Kinder.
Als Vorbild im Kampf gegen Masern dient der WHO eine Initiative aus den 1970er Jahren, mit der die Pocken weltweit
ausgerottet werden konnten.
Quelle: Süddeutsche Zeitung Bild: WHO
Technorati Tags: gesundheit

