Toll: Viren befallen Bakterien, die Menschen befallen
Gegen alles ist ein Kraut gewachsen…oder ein niedlicher kleiner Virus.
Kleine Viren können Antibiotika bis zu 50-mal effizienter machen: Sie befallen Bakterien, die Infektionen wie beispielsweise Lungenentzündungen verursachen, und schwächen deren Widerstandskraft gegen antimikrobielle Wirkstoffe. Das funktioniere sogar dann, wenn die Bakterien bereits eine Resistenz gegen ein Antibiotikum entwickelt hätten.
Zurückzuführen ist der Effekt wahrscheinlich darauf, dass die Viren die Zellwand der Mikroben durchlöchern und damit das Eindringen der Wirkstoffe erleichtern. Bislang haben Forscher der Universität Wien den Effekt allerdings erst im Labor und bei Mäusen nachgewiesen, berichtet das Magazin «Chemistry & Industry» (29. Januar, S. 10).
Bei den Mini-Viren handelt es sich um so genannte Bakteriophagen - Erreger, die ausschließlich Bakterien befallen. Schon früher hatten Forscher versucht, bakterielle Infektionen mithilfe solcher Phagen zu behandeln. Da die meisten dieser Viren jedoch auf einzelne Bakterienstämme spezialisiert sind, ist es häufig mühsam und zeitaufwändig, den genau passenden Phagen bei einer Infektion zu finden. Abhilfe schaffen könnte in solchen Fällen der neue Ansatz des Wissenschaftlers Steven Hagens und seines Teams, denn die von ihnen verwendeten Phagen sind weniger wählerisch und können die äußere Hülle einer ganzen Reihe von Bakterien durchlöchern.
Quelle: Netdoktor
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