Don’t panic: Ein paar Fakten zur Noro-Epidemie
Jetzt muss ich doch noch mal was zum Thema Noro-Virus schreiben. Teilweise ist es wirklich zum Haareraufen, was Boulevard und leider auch Nichtboulevardblätter aus der Sache machen.
Allen voran Bild ergeht sich in Schlagzeilen vom Typ “Müssen wir jetzt alle sterben?”. Alle sammeln eifrig Erkrankungen und Todesfälle und es ist ja auch ganz nett, sich ab und zu mal ordentlich zu gruseln. Aber Panikmache ist einfach nicht fair und auch absolut fehl am Platz.
Dass eines der Noro-Todesopfer, wie die “Hamburger Morgenpost” berichtete, eine 69-jährige Patientin des Hamburger Marienkrankenhauses war, die an ihrem Erbrochenen erstickte, lässt eher auf drastische Verfehlungen des Krankenhauspersonals schließen als auf ein tödliches Killervirus. Dass Kleinkinder und ältere Leute zur Noro-Risikogruppe gehören und ohnehin schon geschwächte Krankenhauspatienten ebenfalls, ist hinlänglich bekannt.
Der Grund dafür ist simpel und hat so gar nichts vom Horror eines Ebola-Virus oder der Spanischen Grippe. Der massive Flüssigkeitsverlust durch den heftigen Durchfall ist es, der eine Gefahr für den Kreislauf älterer und schwacher Menschen darstellt. Genauso weiß man, dass Grippeviren durch die allgemeine Schwächung des Organismus’ Kinder und Senioren gefährlich werden können. Daher raten Ärzte diesen Personengruppen jedes Jahr zu Schutzimpfungen.
Ein Vergleich mit der Grippe rückt die Verhältnisse ohnehin schnell wieder zurecht: “Wir haben jedes Jahr durchschnittlich geschätzte 10.000 Todesfälle durch Grippe”, sagt Glasmacher. In der besonders heftigen Wintersaison 2002/2003 wurden sogar 16.000 Grippetote gemeldet. Dagegen stehen 19 Todefälle nach Norovirus-Infektion, die im letzten Jahr dem Robert Koch-Institut übermittelt wurden. Immer wieder beklagt das RKI mangelndes Problembewusstsein - bei Grippe, nicht bei Noro. Zu Recht - denn hier gibt es ein vermeidbares Problem mit vielen vermeidbaren Toten. Eine Noroinfektion hingegen ist unvermeidbar und einfach Pech.
Also, kommt mal alle wieder runter und: Wascht Euch die Hände!
Quelle: stern.de, Robert-Koch-Institut
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