Brustkrebs: Weniger Hormone, weniger Fälle?
Wenn es um Krebs geht, haben gute Nachrichten Seltenheitswert. Kürzlich verkündeten US-Forscher, dass in den USA drastisch weniger Frauen neu an Brustkrebs erkrankten als jemals zuvor.
Von 2002 bis 2003 verzeichnete das amerikanische Krebsregister SEER am National Cancer Institute einen Rückgang um durchschnittlich sieben Prozent. Das bedeutet einen absoluten Rückgang von 14.000 Brustkrebserkrankungen. Dieser Rückgang kommt unerwartet, denn seit 1990 stellte SEER nur geringe Schwankungen (+/- 2 Prozent) bei der Anzahl der Neuerkrankungen fest. Wie ist der Abwärtstrend zu erklären?
Für Prof. Harald Sommer von der Frauenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität in München liegt die Antwort auf der Hand: “Es muss an der Hormontherapie liegen”, sagt der Gynäkologe zu Netdoktor. “Andere Gründe gibt es kaum.”
Während des Hormonbooms in den 90er Jahren wurden Frauen in den Wechseljahren Unmengen von weiblichen Sexualhormonen verschrieben. Etwa 30 Prozent aller amerikanischen Frauen über 50 Jahre nahmen Östrogene und Gestagene gegen die Beschwerden ein. Von dem Hormonersatz versprachen sich die Fachärzte nicht nur eine Milderung der Hitzewallungen und Schweißausbrüche, sondern auch positive Effekte auf das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Die Fachgesellschaften priesen den Hormoncocktail als neuen Jungbrunnen.
Das böse Erwachen kam im Sommer 2002: Die WHI-Studie zeigte, dass das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen unter der Therapie steil anstieg und vermehrt bösartige Brusttumore entstanden. Die Reaktion folgte prompt: Schon Ende des Jahres hatte die Hälfte der behandelten Frauen in den USA den Hormonen abgeschworen. Das Brustkrebsrisiko sank und damit auch die Anzahl der Neuerkrankungen – laut Ravdins Berechnungen um genau jene sieben Prozent, die man nun statistisch beobachten kann.
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Quelle: Netdoktor
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2. March 2007 um 00:32
Leider wird das Thema der Früherkennung oft nicht ernst genug genommen. Dabei kann man sehr viel selber im privaten schon tun und so rechtzeitig vorsorgen