Nebenwirkung: Spielsucht
Unabhängig voneinander haben zwei aktuelle US-Studien Therapien mit so genannten Dopamin-Agonisten untersucht: das eine Mal gegen Parkinson, das andere Mal gegen das “Restless-Leg-Syndrom“. In beiden Fällen führten die Medikamente zu einer Zunahme von Spielsucht.
Beim Restless-Leg-Syndrom treten vor allem am Abend und in der Nacht unwillkürliche Beinbewegungen auf. Es kann zu einem Brennen, Kribbeln und Hitzegefühl in den Beinen kommen. Die Erkrankung geht fast immer mit erheblichen Schlafstörungen einher.
Zur Therapie verwendet man seit einigen Jahren unter anderem Dopamin-Agonisten. Das sind Wirkstoffe, die an den Dopamin-Rezeptoren des Gehirns wirken. Laut der Studie nahm die Wahrscheinlichkeit des Spielens mit der Dosis der Dopamin-Agonisten zu.
Was aber führt dazu, dass einige mit Dopamin-Agonisten behandelte Patienten der Spielsucht verfallen und andere nicht? Die Forscher haben eine Reihe von Eigenschaften entdeckt, die die anfällig Patienten gemeinsam hatten: Sie waren jünger, hatten eine größere persönliche oder familiäre Geschichte von Alkoholproblemen und verfügten über eine Persönlichkeitsstruktur, die sie prinzipiell gefährdeter machen (u.a. “höhere Risikobereitschaft”).
In Zukunft müsse bei Anamnese und Therapie verstärkt auf Hinweise zu zwanghaftem Verhalten geachtet werden, so die Forscher. Parkinson oder Restless-Leg-Patienten mit dem oben genannten Profil neigen nach der Behandlung eher zu Spielsucht und sollten dementsprechend gewarnt werden.
Quelle: ORF.at, Bild: anonym-gleckspiller.net
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