And the Oscar goes to…Botox
Normalerweise verwendet man Botox-Injektionen, um Krähenfüße und Stirnrunzeln zu glätten. Davon künden zahllose, bis zur totalen Ausdruckslosigkeit glattgezogene Hollywood-Star-Gesichter. Was ich bisher nicht wusste: Botox wirkt auch gegen Schweiß wahre Wunder. Eigentlich klar: Gelähmt ist gelähmt, ob Schweißdrüse oder Gesichtsmuskel. Vor der großen Oscar-Verleihung am kommenden Sonntagabend in Hollywood (Ortszeit) lassen sich Schauspieler Botox in die Handflächen spritzen, damit der männliche Händedruck nicht glitschig wird.
Die weiblichen Hollywoodstars benutzen es eher für ihre Achselhöhlen. So gibt es mitten im Scheinwerferlicht garantiert keine Schweißflecken auf den teuren Designer-Klamotten. Bis zu einem Monat vor dem Auftritt auf dem Roten Teppich begeben sich Stars und ihre Familien bereits in dermatologische Behandlung.
Botox, mit vollem Namen Botulinumtoxin, ist eines der stärksten bekannten Nervengifte. Das Toxin wird von Clostridium botulinum, einem stäbchenförmigen Bakterium, ausgeschieden. Während insbesondere früher das Clostridium botulinum als Lebensmittelvergifter sehr gefürchtet war, wird das von ihm erzeugte Gift heutzutage auch zu medizinischen Zwecken eingesetzt.
Botulinumtoxin kann aber nicht nur in nullkommanix eine Schauspielerin ihrer kompletten Mimik berauben. Aus militärischer Sicht kann es auch prima als Biowaffe eingesetzt werden. Da Botulinumtoxin an der Luft schnell zu unschädlichen Stoffen zerfällt, könnte ein mit Botulinumtoxin vergiftetes Gebiet schon nach ein bis zwei Tagen wieder gefahrlos betreten werden. Das ist äußerst praktisch. Nach Ansicht von Min Donget von der University of Wisconsin gehört das Botulinumtoxin zu den sechs gefährlichsten Biowaffen. Wegen dieses Missbrauchspotentials müssen Pharmafirmen auch stets das Kriegswaffenkontrollgesetz berücksichtigen.
Die japanische Aum-Sekte hatte die Verwendung von Botulinumtoxin für ihre Anschläge erwogen, kam aber wegen des zu hohen Aufwands davon wieder ab und setzte letztlich Sarin ein.
Quelle: Ärztezeitung, Wikipedia Bild: BBC News
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