Tipp gegen Übergewicht: Mehr Schlafen!
Schon wieder ein Hinweis darauf, dass Schlafmangel dick macht. Eine US-amerikanische Studie belegt den Zusammenhang zwischen Schlafmenge und Gewichtszunahme einmal mehr.
Innerhalb von knapp 30 Jahren - von 1980 bis heute - hat sich in den westlichen Ländern der Anteil der adipösen Menschen mehr als verdoppelt: von 15 auf über 30 Prozent. Parallel dazu machen immer mehr Menschen die Nacht zum Tage: So schliefen die US-Bürger 1960 durchschnittlich noch 8,5 Stunden pro Nacht, im Jahr 2000 aber weniger als sieben Stunden - abgehalten offenbar durch helle Beleuchtung, verschobene Arbeitszeiten und Unterhaltung wie Fernsehen und Internet. Für Deutschland wird Ähnliches angenommen.
Studien mit Erwachsenen legten einen Einfluss der Schlafdauer auf das Gewicht zwar nahe, solide war der Beweisgrund aber nicht. So war unklar, was Ursache, was Folge ist. Zum Beispiel käme ja in Betracht, dass Menschen sich erst Pfunde anfuttern und dann wegen Folge-Krankheiten wie Apnoe oder Arthritis schlecht und nur kurz schlafen.
Um den Zusammenhang eindeutiger zu klären, haben die Wissenschaftler Daten der Nurses’ Health Study ausgewertet. Schon zu Beginn wogen die Frauen um so mehr, je weniger sie schliefen.
Im Verlauf von zehn Jahren vergrößerten sich die Gewichtsunterschiede weiter: Die Frauen mit maximal fünf Stunden Schlaf nahmen zusätzlich 5,6 Kilo zu, die mit sieben Stunden aber bloß 4,9 Kilo. Diese Verknüpfung blieb selbst dann bestehen, wenn die Wissenschaftler Variablen wie Rauchen, Sport, Kalorienaufnahme oder Ausbildung herausrechneten.
Bei Kindern ist der Zusammenhang zwischen verkürzter Schlafdauer und Übergewicht schon länger belegt (dasgesundheitsblog berichtete: “Nickerchen statt Dickerchen”). Bayerische Wissenschaftler fanden in einer Studie mit Fünf- bis Sechsjährigen: In der Gruppe mit weniger als zehn Stunden Schlaf waren 5,4 Prozent adipös, dagegen nur 2,1 Prozent derer, die wenigstens elfeinhalb Stunden schliefen. Ebenso beeinflusste nach einer kanadischen Untersuchung die Schlafspanne das Körpergewicht der fünf- bis zehnjährigen Kinder stärker als Fernsehen, PC-Spiele oder Bewegung.
Da bekommt das Wort “Schönheitsschlaf” gleich noch eine zusätzliche Bedeutung. Ein guter Rat, den Ärzte ihren adipösen Patienten auf jeden Fall geben können: Schlafen Sie lange!
Den ganzen Artikel gibt’s bei der Ärztezeitung
Bild: Ärztezeitung
Technorati Tags: gesundheit

