England: Sprachkurse auf Rezept?

 Zdf S Img 12 0,6752,5830412-Render-A6-,00Die englische Hausärztin Dr. Kate Adams versteht die Welt nicht mehr. Oder besser gesagt: die 49-jährige Londonerin versteht ihre Patienten nicht.
“Ich praktiziere seit über zehn Jahren im East End und ich muss sagen, dass heute immer mehr Patienten in meine Sprechstunde kommen, die kein Wort Englisch sprechen oder verstehen.” Die mangelhaften Sprachkenntnisse in der kleinen Hausarztpraxis in Hackney sorgen inzwischen auch für landesweite Schlagzeilen.

Denn: die Medizinerin setzt sich dafür ein, Patienten “Sprachkurse auf Rezept” zu verordnen. “Wie soll ich Patienten helfen, wenn ich sie nicht verstehe?” Bislang wird das Problem oft durch Dolmetscher in größeren Praxen gelöst. Doch für kleinere Praxen ist das zu teuer. Zumal in London mehr als 100 verschiedene Sprachen gesprochen werden. Andere Hausärzte haben sich den Forderungen nach “Sprachkursen auf Rezept” bereits angeschlossen.
“Patienten, die sich kaum in der Landessprache verständigen können, sind aufgrund ihrer sozialen Isoloierung viel anfälliger für Depressionen.” so Adams zum British Medical Journal. “Wenn wir Gymnastikkurse gegen Depressionen verschreiben können, ist dann mein Vorschlag, Sprachkurse zu verschreiben wirklich so weit hergeholt?”

Quelle: Ärztezeitung, thisislondon.co.uk, Bild: zdf.de

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