FSME-Impfung: 5 Gründe, die dafür sprechen

 Images 002 04-121) Milder Winter
Der letzte Winter war extrem mild. So kam es, dass in verschiedenen Teilen Deutschlands zwischen November und Januar – zu einer Zeit, in der Zecken normalerweise eine Ruhephase einlegen – aktive wirtssuchende Tiere zu beobachten waren. Das deutet darauf hin, dass es dieses Jahr besonders viele Zecken geben wird.

2) Mehr Zeckenarten
Immer mehr Zeckenarten werden in Deutschland heimisch. Dank des Klimawandels fühlt sich nicht nur der schon immer in Deutschland lebende Holzbock pudelwohl. Auch die Auwaldzecke, die bisher nur in Südeuropa vorkam, hat sich inzwischen in Deutschland eingenistet. Besonders fatal ist, dass die Auwaldzecke sich viel schneller entwickelt als ihre hiesigen Artgenossen. Und das bedeutet, dass sie in einer warmen Saison durchaus auch zwei Generationen hervorbringen kann. Mit dieser raschen Vermehrung wächst auch die Gefahr von FSME-Infektionen.

3) Mehr Risikogebiete
FSME-übertragende Zecken breiten sich immer weiter nach Norden aus. Waren früher nur die klassischen Risikogebiete in Bayern und Baden-Württemberg betroffen, gab es 2006 auch FSME-Fälle in Hessen, Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

4) Immer mehr FSME-Fälle
Es werden von Jahr zu Jahr mehr FSME-Fälle registriert. Waren es 2004 noch 274 Fälle, wurden 2005 bereits 431 Fälle gemeldet und 2006 waren es schon 541 Fälle. Zum Vergleich: In den 80er Jahren wurden etwa 30 bis 50 FSME-Fälle pro Jahr gemeldet.

5) Zecken lauern überall im Freien
Zecken gibt es nicht nur im Wald. Die unliebsamen Spinnetierchen fühlen sich auch in Parks, an Seen oder im Garten wohl. Auch Spielplätze, Kindergärten oder andere Orte, an denen es Wiesen und Gebüsche gibt, beherbergen Zecken.

Besonders im Freien spielende Kinder, die sich gerne im Gebüsch verstecken oder auf dem Boden spielen, sind stärker gefährdet als Erwachsene, sich eine Zecke ‚einzufangen“. Glücklicherweise werden bei Kindern unter sechs Jahren keine Todesfälle oder bleibende Schäden durch FSME berichtet, doch ist die FSME als Hirnhaut- oder Gehirnentzündung in jedem Fall eine schwerwiegende Erkrankung. Betroffene Kinder können intensivpflichtig sein und müssen eventuell beatmet werden, müssen womöglich ins ‚künstliche Koma“ gelegt werden, leiden vielleicht unter epileptischen Anfällen oder sind bewusstlos und können im akuten Stadium auch neurologische Ausfälle haben, z.B. Lähmungen. Es kann Wochen bis Monate dauern, bis diese sich wieder vollständig zurückgebildet haben.

Fakten zur FSME Impfung, zusammengestellt von Dr. Andrea Schmelz von “Gesundheit und Erziehung für mein Kind”, gibt es nach dem Sprung (“Weiterlesen”)
Umfangreiche Informationen gibt es auch auf www.zecken.de der Firma Baxter.

Quelle: Gesundheit und Erziehung für mein Kind, Bild: www.zecken.de

Technorati Tags:


Fakten zur FSME-Impfung

Wenn Sie in einem FSME-Risikogebiet wohnen oder Urlaub machen, sollten Sie sich und Ihr Kind impfen lassen. Die aktuelle Karte mit den FSME-Risikogebieten sowie weitere Informationen rund um das Thema Zecken finden Sie z. B. unter www.zecken.de (siehe FSME-Verbreitung). Die FSME-Impfung wird in der Regel von den Kassen bezahlt, nicht jedoch, wenn Sie ins Ausland fahren und es sich somit um eine Reiseimpfung handelt.

Es gibt zwei Impfstoffe, die für Kinder ab 12 Monaten zugelassen sind. Besteht ein sehr hohes Infektionsrisiko, können sogar Säuglinge ab sechs Monaten geimpft werden, wie dies zum Teil in Österreich praktiziert wird. FSME-IMMUN Junior (eine Impfdosis 31,58 Euro) oder Encepur® Kinder (eine Impfdosis 35,03 Euro) haben beide eine hervorragende Schutzwirkung von 99 Prozent.

Für eine vollständige Grundimmunisierung sind drei Impfungen erforderlich, die am Tag 0, nach 1 bis 3 sowie nach 9 bis 12 Monaten verabreicht werden. Vor Reisen kann nach dem Kurzzeitimpfschema am Tag 0, 7 und 21 geimpft werden. Wichtig: Frühestens 14 Tage nach der 2. Impfung sind ausreichende Mengen schützender Antikörper zu erwarten. Eine einmalige Impfdosis kann noch nicht gegen FSME schützen!

Die erste Auffrischimpfung ist beim Kurzzeitschema nach 12 bis 18 Monaten erforderlich, ansonsten nach drei Jahren. Danach genügen Auffrischungen alle fünf Jahre. Die Impfabstände lassen sich vergrößern, wenn vor der Impfung eine Titerbestimmung (muss selbst bezahlt werden!) durchgeführt wird, da der Impfschutz etwa fünf bis zehn Jahre anhält.

Als Nebenwirkungen treten nach der ersten Impfung bei etwa 13 Prozent der Kinder über drei Jahren Fieber und grippeähnliche Beschwerden auf. Kinder unter drei Jahren reagieren jedoch in etwa 23 Prozent mit (teilweise auch höherem) Fieber auf die erste Impfdosis.

Bitte beachten Sie, dass die Impfung nur gegen die durch Viren ausgelöste Hirnhautentzündung FSME wirkt. Gegen alle anderen durch Zecken übertragenen Erkrankungen wie Borreliose ist Ihr Kind trotzdem nicht geschützt. Daher sollten Sie es jeden Abend gründlich nach Zecken absuchen!

Auch wenn es mir vorwiegend um die Gesundheit Ihres Kindes geht, möchte ich Sie heute dringend darauf hinweisen, dass Erwachsene und insbesondere ältere Menschen über 50 Jahren im Falle einer FSME-Erkrankung besonders schwer erkranken – oft mit bleibenden Schäden, in zwei Prozent der Fälle sogar mit Todesfolge. Für Eltern und vor allem Großeltern ist die FSME-Impfung noch viel wichtiger als für Kinder!

Kommentar schreiben