Kaiserschnitt bei der ersten Geburt erhöht Komplikationen
Entbindet eine Frau bei der ersten Geburt mit einem Kaiserschnitt, ist das Risiko für Komplikationen bei einer zweiten Geburt erhöht.
Robyn Kennare, Hebamme am Department of Health in Adelaide, South Australia, und ihre Kolleginnen werteten die Daten von 8.725 Frauen aus, die zwischen 1998 und 2003 zum zweiten Mal ein Kind bekamen und beim ersten Mal mit Kaiserschnitt entbunden worden waren. Die Kontrollgruppe bestand aus 27.313 Frauen, die ebenfalls zum zweiten Mal ein Kind bekamen, aber ihr erstes Kind vaginal entbunden hatten. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in “Obstetrics & Gynecology”.
Erfolgte die erste Geburt per Kaiserschnitt, erhöhten sich verschiedene Risiken bei der zweiten Geburt: Dazu gehören Fehllagen des Embryos, Vorgelagerte Plazenta, Blutungen vor der Geburt, verzögerte Wehentätigkeit und Notfall-Kaiserschnitt. Auch Reißen der Gebärmutter, Frühgeburten und geringes Geburtsgewicht sowie Totgeburten sind deutlich häufiger in solchen Fällen. Die Häufigkeit von Todesfällen bei den Neugeborenen dagegen war unverändert.
Die StudienautorInnen weisen jedoch darauf hin, dass ein erster Kaiserschnitt in der Regel nicht ohne Grund vorgenommen wird, sondern auf der Basis bestimmter medizinischer Umstände. So können sich einige der Komplikationen bei der zweiten Geburt möglicherweise nicht auf den primären Kaiserschnitt, sondern auf die zu Grunde liegende Erkrankung zurückführen lassen. Die ForscherInnen raten Frauen dazu, sich den Wunsch nach einem (nicht medizinisch begründeten) Kaiserschnitt bei der ersten Geburt genau zu überlegen.
Quelle und Bild: Ärztliche Praxis
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