Impfung gegen Karies: Ein Traum wird wahr…
...leider allerdings nur für die ganz, ganz kleinen.
US-amerikanische Forscher berichten über einen vielversprechenden Impfstoff gegen Zahnkaries, den sie in Tierversuchen bereits erfolgreich getestet haben.
Verantwortlich dafür, dass sich Löcher in unseren Zähnen bilden, sind Bakterien vom Typ Streptococcus mutans. Sie wandeln Zucker aus Speiseresten, die sich an unseren Zähnen ablagern, zu Milchsäure um. Diese greift die Zähne an und zerstört sie.
Damit dieser Prozess in Gang kommen kann, müssen sich die schädlichen Bakterien allerdings erst einmal auf unseren Zähnen festgesetzt haben. Genau dies soll der neue Impfstoff künftig verhindern. Er fördert die Bildung von Antikörpern, die sich gegen ein spezielles Enzym richten, das den Bakterien das Festsetzen erleichtert. Erste Testversuche an Ratten sind erfolgreich verlaufen. Bis das Serum allerdings beim Menschen eingesetzt werden kann, wird es voraussichtlich noch einige Jahre dauern.
Dann, sagen die Forscher, würde der beste Impfschutz vermutlich durch die Impfung von einjährigen Kindern erreicht. Bei diesen hätten die Milchzähne schon begonnen durchzubrechen, gleichzeitig sei aber noch keine Bakterienbesiedelung der Zähne erfolgt. Darüber hinaus sei das Immunsystem von Einjährigen bereits in der Lage, Antikörper zu bilden, sodass der Bakterienbesiedelung durch eine Impfung vorgebeugt werden könnte. Bei älteren Kindern kann der Impfstoff den Zahnkaries hingegen nicht mehr verhindern, denn bei ihnen haben sich die schädlichen Zahnbakterien bereits festgesetzt..
Damit die Einjährigen den Impfstoff gut tolerieren, soll er in Form eines Nasensprays auf den Markt kommen. So kann er das Lymphgewebe der Nase zur Bildung von Antikörpern anregen, die dann im ganzen Körper zur Verfügung stehen.
Angaben der Weltgesundheitsorganisation zufolge leiden allein in den Industriestaaten 60-90% aller Schulkinder und die meisten Erwachsen unter Karies. Und selbst in den Entwicklungsländern ist ein Anstieg der Fälle zu verzeichnen. Bedarf für den neuen Impfstoff gibt es also reichlich.
Quelle und Bild: Lifeline
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