Infarkt durch unfaire Behandlung
Unfairness, ob am Arbeitsplatz oder im Privatleben, erhöht das KHK-Risiko und beeinträchtigt körperliche sowie psychische Verfassung.
Die gesundheitlichen Folgen fortgesetzter ungerechter Behandlung haben Dr. Roberto de Vogli et al (University College London) untersucht. Für ihre Studie werteten sie die Daten von 5.726 Männern und 2.572 Frauen aus.
Die Versuchspersonen waren zwischen 35 und 55 Jahre alt und waren als Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in London beschäftigt. Die Beobachtungszeit erstreckte sich über durchschnittlich 10,9 Jahre.
Das Kriterium “Unfairness” wurde durch den Grad der Zustimmung auf einer sechsstufigen Skala zur Aussage “Ich habe häufig das Gefühl, unfair behandelt zu werden” erfasst.
Während der Beobachtungszeit waren 528 Infarkte und Angina pectoris-Anfälle eingetreten. Keiner der Teilnehmer hatte zuvor ein solches koronares Ereignis in seiner Krankengeschichte.
Der Abgleich mit dem Kriterium “Unfairness” brachte folgendes Ergebnis: Wer sich häufig unfair behandelt fühlt (starke oder mittlere Zustimmung zur entsprechenden Frage), trägt im Vergleich mit Personen, die sich weniger unfair behandelt fühlen, ein um den Faktor 1,76 erhöhtes koronares Risiko. Hinsichtlich anderer berufsbezogener Faktoren war keine Korrelation zu erkennen.
Nach Einschätzung der Autoren beweist ihre Studie eine dosisabhängige Beziehung zwischen Unfairness und koronaren Ereignissen. Die Daten lassen darüber hinaus eine Korrelation zwischen Unfairness und körperlicher sowie psychischer Verfassung erkennen.
Quelle: Ärztliche Praxis

