Gesundheitsberatung bei Edeka

 Themen Wirtschaft Wirtschaftsbranche Einzelhandel Ladenschluss  Img Verkaeuferin 400QNeulich im Supermarkt: “Hallooo…hallooo…junger Mann, Sie wollen doch da nicht etwa gerade zwei Tafeln Marzipanschokolade und eine Tüte Paprikachips kaufen? Das legen Sie mal alles schööön wieder hin! So. Und jetzt kommen Sie mal mit. Statt der Schokolade nehmen Sie sich hier mal zwei schöne Äpfel. Und statt der Chips knabbern Sie heute abend brav an diesem knackigen Staudensellerie. Na, sehen Sie, ist doch gar nicht so schwer! Und günstiger ist es auch noch!”

…so stelle ich mir das ungefähr vor, was Edeka sich da ausgedacht hat. Das kann ja heiter werden. Ob sich wirklich jemand von seinem Supermarktregaleinräumer über gesunde Ernährung aufklären lassen will? Da bekomme ich ein bisschen Angst. Jedenfalls berichtet die Ärztezeitung, Edeka bilde Verkäufer zu Ernährungs-Service-Mitarbeitern aus.

Ziel der Fortbildung ist es, den neuen Service zum Teil der Handelsleistung zu machen und den Umsatz zu steigern. “Die Weiterbildung läuft intern”, erklärt Edeka-Sprecher Andreas Laubig. “Vier Oecotrophologen arbeiten sechs Tage lang mit den Mitarbeitern.” Zwei Mal im Jahr werde das Wissen dann aufgefrischt. Die Mitarbeiter lernten zum Beispiel die Ernährungspyramide kennen. “Wir orientieren uns an den Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung”, sagt Laubig.

Ach ja, die gute alte Ernährungspyramide! Demnächst werde ich hier ein kleines Ernährungspyramiden-Museum einrichten. Ich hoffe ich komme bald dazu. Doch genug der Abschweifung.

Doch müssten die Berater im Edeka-Markt ihren Kunden nicht von einem Großteil des Sortiments abraten, wenn sie gesunde Ernährung empfehlen sollen? “Dass es da einen Konflikt gibt, ist uns klar. Aber wir werden nicht die eher gesundheitsschädlichen Produkte wie Tabak oder Süßwaren, aus dem Sortiment nehmen”, bekräftigt Laubig. Denn: “Wir wollen aufklären, und der Verbraucher hat die Wahl.”

Dass sich da gewisse Interessenskonflikte auftun ist den Damen und Herren also auch schon aufgegangen. Ich bin mal gespannt, wie das weitergeht.

Quelle: Ärztezeitung, Bild: WDR

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