Foodwatch fordert Einschränkungen bei Lebensmittelwerbung
Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat strengere Regeln bei der Lebensmittelwerbung gefordert. Den Herstellern müsse verboten werden, mit dem nicht nachprüfbaren Versprechen zu werben, ihre Produkte seien gut für die Gesundheit, verlangte Foodwatch am Montag bei einer Anhörung des Bundestags-Verbraucherausschusses zum geplanten Aktionsplan gegen Übergewicht.
«Systematisch verschleiert die Nahrungsmittelindustrie den tatsächlichen Zucker- und Fettgehalt von Kinderlebensmitteln», kritisierten die Verbraucherschützer. Vor allem der Zuckergehalt werde oft hinter Begriffen wie «Fruchtsüße» und «ohne Kristallzucker» versteckt. Die Käufer müssten durch eine bessere Kennzeichnung den tatsächlichen Zucker- und Fettgehalt auf den ersten Blick erkennen können.
Die Lebensmittelwirtschaft bezeichnete eine freiwillige Kennzeichnung wie zum Beispiel die Kalorienangabe als ausreichend. Die Vermutung, «dass bestimmte Lebensmittel für das Übergewicht in Deutschland verantwortlich sind», lasse sich nicht belegen, erklärte der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht die Ursache für Übergewicht vor allem in den Essgewohnheiten. Statt ordentlicher Mahlzeiten würden oft mehrere Snacks über den Tag verteilt gegessen, die nicht lange satt hielten. Daher schlagen die Ernährungsexperten vor, in Schulen täglich Obst und Gemüse kostenlos zu verteilen. Erfahrungen aus Norwegen und anderen Industrieländern hätten gezeigt, dass Kinder und Jugendliche dadurch «nachhaltig ihr Ernährungsverhalten ändern.»
Quelle: Greenpeace
Technorati Tags: gesundheit, werbung

