Schussliger Arzt muss für Baby zahlen
Als Arzt kann man Schwangerschaften verursachen, ohne auch nur das kleinste Bisschen Spaß dabei zu haben. Das ist ja nix neues. Eine seltene Variante dieser Geschichte habe ich in der Medical Tribune gefunden:
“Sie hätte ja auch mal den Beipackzettel lesen können”, protestierte der Mediziner. Doch die Richter ließen sich nicht beirren: Der Doktor hatte die ungewollte Schwangerschaft seiner Patientin verschuldet, entschieden sie.Alles in allem ist ein Baby ja noch die erfreulichste Nebenwirkung eines falsch verordneten Medkaments…hätte ja auch was schlimmes passieren können!Das Paar hatte seine finanziellen Verhältnisse genau unter die Lupe genommen und danach klar entschieden: “Für Kinder haben wir nicht genug Geld.” Der Arzt, der der Frau seit Jahren die Pille verschrieb, war darüber informiert. Doch als das gewohnte Präparat vom Markt verschwand, machte der Mediziner bei der Umstellung einen verhängnisvollen Fehler: Er verwechselte die Namen zweier Präparate und verordnete Hormonersatz statt Pille.
Die Frau wurde schwanger und brachte eine gesunde Tochter zur Welt. Nun verlangte sie von ihrem Arzt Unterhaltszahlungen für das Kind bis zur Volljährigkeit. Die Versuche des Mediziners, die Schuld abzuwälzen – die unfreiwillige Mutter habe ja nicht mal den Beipackzettel angeschaut -, blieben fruchtlos. Die Mitschuld der Frau bezifferten die Richter des Oberlandesgerichtes Celle auf maximal 25 Prozent. Sie sei als Patientin nicht verpflichtet, den Beipackzettel zu lesen. Zudem könne sie dem als Laie nicht unbedingt entnehmen, dass das Präparat kein Verhütungsmittel sei (Oberlandesgericht Celle, AZ 1 U 82/06).
Quelle: Medical Tribune, Bild: NUK


14. January 2010 um 14:00
Diese Geschichte finde ich so lustig. Ich meine, jede Frau muss unbedingt sehr gut informiert sein, welche die Schwangerschaftsverhütungsmittel sind. Das ist nicht nur einen Fehler des Arztes.