Die Weltstillwoche hat begonnen

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Die perfekte Ernährung – ja, so was gibt es. Zumindest für die ersten Monate im Leben eines Menschen. Muttermilch ist zweifellos das Beste, was Sie Ihrem Kind in den ersten Lebensmonaten geben können - ein wahrer Zaubertrank. Je mehr man darüber erfährt, desto faszinierender wird es.

Die diesjährige Weltstillwoche, die vom 29. September bis 5. Oktober in mehr als 100 Ländern begangen wird, steht im Zeichen der Stillförderung. Denn obwohl die meisten Frauen stillen möchten, hören viel zu viele viel zu früh wieder damit auf. Oft hören Wöchnerinnen, bei denen das Stillen sich noch nicht eingespielt hat, von der lieben Verwandtschaft: „Warum tust Du Dir das an? Es gibt doch Babymilch!“ oder später: „Das Kind ist ja so gewachsen, das braucht jetzt mehr als diese dünne Muttermilch!“

Das ist jammerschade, denn mit Hilfe von Fachleuten können die meisten Stillprobleme gelöst werden. Vor allem beim ersten Kind brauchen Mütter Unterstützung und Anleitung. Denn Stillen kann man lernen. Fast jede Frau kann stillen.

In den 1970er Jahren, als die heutigen Großmütter ihre Kinder bekamen, war Stillen total out. Die meisten Frauen ließen sich nach der Geburt Spritzen geben, die die Milchbildung unterbanden. Man war der Meinung, dass das Stillen belastend ist und der Figur schadet und dass industriell hergestellte Babynahrung Muttermilch problemlos ersetzen kann. Deshalb sind Mütter und Schwiegermütter auch nicht unbedingt die besten Ratgeberinnen, wenn es ums Thema Stillen geht. Das Wissen, wie ein Baby gestillt wird, wurde früher von einer Frauengeneration zur nächsten weitergegeben. In dieser Generation ist es leider oft gar nicht mehr vorhanden. Deshalb wendet man sich lieber an eine Hebamme, am besten eine ausgewiesene Stillberaterin, die Frauen geduldig und kompetent bei Stillproblemen zur Seite stehen.

Bewährt haben sich die Informationsblätter der Nationalen Stillkommission mit Stillempfehlungen. Auch wenn sie eine persönliche Beratung nicht ersetzen können, sind die Stillempfehlungen eine Entscheidungs- und Starthilfe für Schwangere und Mütter. Sie sind auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch und Türkisch bei der Geschäftsstelle der Nationalen Stillkommission am BfR, Thielallee 88-92, 14195 Berlin, Fax: 030-8412-3715, E-Mail: stillkommission@bfr.bund.de kostenlos erhältlich.

Einige Vorteile des Stillens:

Für das Baby:
- Die Nährstoffzusammensetzung von Muttermilch ist optimal und passt sich der Entwicklung des Babys an. In den ersten 6 Lebensmonaten bekommt das Kind durch Stillen alles, was es zum Leben braucht.
- Muttermilch liefert sofort nach der Geburt Abwehrstoffe gegen alle möglichen Krankheiten.
- Muttermilch fördert die Entwicklung des Magen-Darmsystems und ist leichter verdaulich als Flaschenmilch. Sie ist auf die unreifen Verdauungsorgane des Babys abgestimmt.
- Voll gestillte Kinder erkranken seltener an Infektionen. Der plötzliche Kindstod ist bei gestillten Kindern seltener.
- Voll gestillte Kinder bekommen seltener Allergien.

Für die Mutter:
- Stillen beschleunigt die Rückbildung der Gebärmutter.
- Stillen hilft der Mutter, ihr ursprüngliches Gewicht wieder zu erreichen.
- Beim Stillen werden Hormone ausgeschüttet, die beruhigend wirken, die Mutter ist in der anstrengenden ersten Zeit mit dem neuen Baby weniger gestresst.
- Bestimmte Arten von Brustkrebs und Osteoporose treten bei Frauen, die gestillt haben, seltener auf.

Für beide:
- Stillen ist ein ganz besonderes Erlebnis. Gibt es etwas größeres, als einen kleinen Menschen aus sich selbst heraus zu ernähren? Viele Monate lang? Ein Wunder.
- Stillen stärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind. (Dafür sorgt wieder ein Hormon)

Praktisches:
- Stillen ist kostenlos.
- Muttermilch hat immer die richtige Temperatur
- Muttermilch ist hygienisch verpackt und immer dabei. Kein Auskochen, dran denken, erwärmen, Temperatur prüfen.

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