Muss man wirklich alles melden, was die Forschung so herausfindet?
Also, das ist eine dieser Meldungen, bei denen ich mich frage, wem sie nützen soll: Mehrere Fernsehsender und jetzt auch Focus online haben die Nachricht schon ausposaunt: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Mädchen, die bei der Geburt groß und schwer waren, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko haben. So. Und was, bitte schön, soll man als Leser oder Zuschauer mit dieser Information anfangen? Wenn ich höre, dass Rauchen mein Lungenkrebsrisko erhöht, kann ich beschließen, damit aufzuhören. An der Größe eines Babys bei der Geburt kann man erfahrungsgemäß nicht viel ändern. Natürlich machen sich Eltern von großen Babys sofort Sorgen - sind ja schließlich Eltern. Und Eltern von eher klein geborenen Mädchen? Denen kann die Meldung erst mal egal sein. Hilft das irgendjemandem?
„Die Größe der neugeborenen Mädchen sei vermutlich ein Indikator für die Umgebungsbedingungen der Babys im Mutterleib, schreiben die britischen Wissenschaftler im US-Fachjournal „PloS Medicine“. Wie der Zusammenhang genau zu erklären ist, wissen sie aber bisher nicht.“ schreibt Focus online.
Wir wissen also nicht besonders viel…aber wir können es ja schon mal in die Zeitung schreiben.

