Antisoziales Verhalten durch niedrigen Stress-Hormon-Gehalt
Bei Jugendlichen, die zu antisozialem Verhalten neigen, bleibt offenbar in Stress-Situationen ein Anstieg des Stress-Hormons Cortisol im Körper aus. Das melden die Psychiater und Neurologen im Netz. Normalerweise steigt der Cortisol-Spiegel in stressigen Situationen, wie Prüfungen oder Auseinandersetzungen an. Man geht davon aus, dass Cortisol die Gedächtnisbildung unterstützt und die Kontrolle von Emotionen, insbesondere gewalttätigen Impulsen, erleichtert. Möglicherweise steht diese veränderte körperliche Reaktion im Zusammenhang mit höherer Reizbarkeit und Gewaltbereitschaft.
Forscher um Graeme Fairchild von der Universität Cambridge verglichen in einer Studie die Hormonschwankungen von Jugendlichen, die antisoziales Verhalten zeigten, mit denen von gesunden Altersgenossen.Mehr über Cortisol gibt’s nach dem Klick auf “Weiterlesen”.Eine Untersuchung des Cortisols im Speichel der Probanden ergab bei allen 3 Gruppen einen ähnlichen Ausgangswert. Im Anschluss wurden die Jugendlichen in einem Computerspiel anhaltenden Frustrationen ausgesetzt. Bei den gesunden Teilnehmern kam es daraufhin zu einem deutlichen Anstieg des Cortisol-Spiegels. Die Jugendlichen mit antisozialen Verhaltensauffälligkeiten hingegen zeigten keinerlei Anstieg des Cortisol-Gehalts im Speichel, bei ihnen ging der Wert sogar etwas zurück.
Aus diesen Ergebnissen lässt sich nicht unmittelbar ableiten, ob bei den aggressiven Jugendlichen der Anstieg des für überlegtes Handeln notwendigen Stresshormons ausbleibt oder ob die Betroffenen weniger Stresshormone bilden, weil sie durch frühere Frustrationserlebnisse abgestumpft sind. Nach der Einschätzung von Greame Fairchild, der Leiterin der Studie, deuten die Ergebnisse jedoch darauf hin, dass der Mangel an Stresshormonen mit einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber antisozialen Verhaltensstörungen darstellen könnte.
Cortisol ist ein Stresshormon, das bei psychischem oder physischem Stress ausgeschüttet wird. Es wird in der Nebennierenrine gebildet und aktiviert den Stoffwechsel, fördert die Glukosebereitstellung, verändert die psychische Reaktionslage und drosselt die Immunabwehr. Es wirkt grundsätzlich entzündungshemmend.
Anders als Adrenalin wird Cortisol auf Vorrat gebildet und zwar vorwiegend in der zweiten Nachthälfte und steht morgens zwischen 7 und 8.oo Uhr für die Tagesaktivität und die Stressbewältigung maximal bereit. Im Lauf des Tages fällt Cortisol stark ab.,
Cortisolüberschuss führt zu Übergewicht, Diabetes, Osteoporose, Hautveränderungen, Immundefekte, Depression.
Cortisolmangel führt zu Mattigkeit, Antriebsschwäche, Entzündungen, Störungen der Immunfunktion. Cortisolmangel kann auch eine Folge zu langer Stressbelastung sein und ist fast immer bei Burn-out zu beobachten
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27. April 2009 um 18:36
Sehr interessanter Beitrag! Mit verschiedenen Trainings- bzw. Therapiemethoden kann man jedoch die Sensibilität für angepasstes soziales Verhalten beüben