“Leben schenken” - Zehn Millionen Organspendeausweise in Deutschlands Apotheken
“Leben schenken” heißt die Aktion für Organspende, die jetzt bundesweit in den Apotheken angelaufen ist. Zehn Millionen Organspendeausweise liegen den aktuellen Heften der Apothekenumschau bei.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: “Das ist eine der größten Aktionen zur Steigerung der Organspendebereitschaft, die es bisher in Deutschland gegeben hat. Ich unterstütze sie aus vollem Herzen. Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen sich dazu entschließen, in Zukunft einen Spenderausweis bei sich zu tragen. Organspende bedeutet Mitmenschlichkeit über den Tod hinaus.”
Wie eine aktuelle Repräsentativbefragung zeigt, ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Deutschen zwar bereit, im Falle ihres Ablebens ihre Organe zu spenden, aber nur jeder Achte besitzt tatsächlich einen Organspendeausweis, der diese Bereitschaft im Ernstfall dokumentiert. Das ist ein wesentlicher Grund dafür, dass in Deutschland noch immer zu wenige Organe gespendet werden, um den Bedarf zu decken: Jeden Tag sterben in Deutschland drei Menschen, weil sie nicht rechtzeitig eine Organspende erhalten konnten.
Es gibt also noch viel zu tun, um das enorme Potenzial der Menschen zu nutzen, die bereit sind, ihre Organe zu spenden, aber bis jetzt noch keinen Organspendeausweis besitzen.
Wenn Sie noch keinen haben, können Sie sich direkt von der Seite des Bundesgesundheitsministeriums einen Organspendeausweis herunterladen.
Bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt es ausführliche Informationen zum Thema Organspende.
Weltweit herrscht ein erheblicher Mangel an Spenderorganen. Es gibt lange Wartelisten, auf denen Patienten, die ein Spenderorgan benötigen, eingetragen werden. Laut Wikipedia betrug die Wartezeit für eine Spenderniere Anfang 2005 ca. 6 - 8 Jahre. Viele Patienten auf Herz-, Leber- und Lungenwartelisten sterben, weil nicht rechtzeitig ein Organ zu Verfügung steht. Gründe für den Mangel an gespendeten Organen sind nicht nur die zu geringe Spendebereitschaft in der Bevölkerung, sondern unter anderem auch der Rückgang an tödlichen Unfällen im Straßenverkehr. Auf der anderen Seite steigt der Bedarf: Durch den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt können immer mehr Erkrankungen durch eine Transplantation therapiert werden. Und immer mehr Transplantationen werden von Medizinern als machbar angesehen. Außerdem steigt die allgemeine Lebenserwartung, was die Nachfrage zusätzlich steigert, bzw. das Angebot verknappt. Als weiterer Grund für den Mangel an Organen werden von Kritikern bestehende gesetzliche Regelungen in den jeweiligen Staaten angeführt, diese verhinderten zahlreichere Spenden.

