Krebsgefahr durch Tonerstaub?

Tonerstaub aus Druckern und Kopierern kann nach neuesten Forschungsergebnissen Lungenkrebs auslösen. Das klingt beunruhigend. Wer sitzt nicht im Büro mehr oder weniger nah an so einem Ding?

Also , erst mal nach jemandem gucken, der sich auskennt: Dr. Horst Kleine zum Beispiel ist Gefahrstoffexperte im Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Und der sagt, der Zusammenhang ist noch gar nicht so sicher. Trotzdem sollte man darauf achten, möglichst keinen Tonerstaub einzuatmen…klar.

“Ein klarer Zusammenhang zwischen Geräteausdünstungen und Gesundheitsproblemen ist heute in der Fachwelt noch umstritten”, sagt Dr. Horst Kleine. “Solange keine Klarheit besteht, raten wir dazu, nur geprüfte, schadstoffarme Drucker zu verwenden.”

Tipps für den täglichen Umgang mit den Geräten und weiterführende Informationen gibt es auf der Website des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (BGIA). Dort gibt es auch Hilfen zu Betrieb, Reinigung und Wartung. Auf der Website des Blauen Engels gibt es eine Liste empfehlenswerter Geräte. Und die ist ziemlich lang.

Herr Dr. Kleine schimpft ein bisschen über die unsachliche Diskussion zum Thema. Zum Teil werden verschiedene wissenschaftliche Ergebnisse miteinander verknüpft und daraus unhaltbare Behauptungen gebastelt, sagt er. Auf der Website gibt es deshalb auch noch ausführliche Hintergrundinformationen zum Thema Gefahrenstoffe im Tonerstaub und deren Auswirkungen:

“Wir wollen mit diesem Informationsangebot mehr Sicherheit schaffen; wir wollen aber auch dazu beitragen, die Diskussion zu versachlichen und die Nutzer über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung aufklären.”

Vielen Dank, Herr Dr.Kleine. Das ist mir sehr recht.

24 Antworten zu “Krebsgefahr durch Tonerstaub?”

  1. Christian Teper sagt:

    Das die gesetzlichen Unfallversicherungsträger die Tonerproblematik herunterspielen wollen, ist nur allzu verständlich. Ich möchte Sie auf die Tonerstudie der Universität in Gießen hinweisen. Die Grundbelastung in den 63 untersuchten Büros lag über dem EU-Grenzwert für die Außenluft von 50µg/m3 und stieg bei vielen Geräten nach nur einem Druckauftrag deutlich und dauerhaft an, bis zum Fünffachen des Grenzwertes. Zudem wurden bei den meisten Geräten extrem hohe Emissionen ultrafeiner Partikel gemessen. Ultrafeine Partikel konnten als Zusammenballungen von VOC und Metallen identifiziert werden, z.B. Aluminium. Die Bundesanstalt für Materialforschung BAM hat unter Berücksichtigung der Luftwechselrate bis zu eine Milliarde Partikel pro Seite gemessen. Die australische Studie hat gleichfalls in über 60 Büros Partikelmessungen durchgeführt und Belastungen gemessen, die Zigarettenrauch entsprechen. Die Uni Gießen hat gen- und zytotoxische Wirkungen von Markentonern auf menschliche Lungenzellen festgestellt. Die Bundesinstitut für Risikoforschung gibt nun auch zu, dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung nicht mehr auszuschließen sei. Auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz (BAuA) kann ebenfalls eine Gefährdung durch Tonerstäube nicht mehr ausschließen. Insbesondere ob Tonerstäube Krebs verursachen wird derweil in Fachgremien erörtert. Unabhängig von einem möglichen Gefährdungspotential von Tonerstäuben rät die BAuA dazu, durch einfache Maßnahmen die Belastung zu reduzieren.
    siehe auch: http://www.nano-control.de und http://www.krank-durch-toner.de

  2. Bernd sagt:

    Nur die Raucher wirds nicht stören… Nee aber das ist schon ein Ding, sollte man meinen das System ist abgekapselt genug. Naja, in Zeiten von Elektrosmog möchte ich gar nicht wissen was einem so noch im Büro um die Nase wedelt. Bernd

  3. Tom sagt:

    Ich mach daheim schon immer den Laserdrucker aus. Man hört immer öfter von solchen Problemen. Irgendwas ist da mit Sicherheit dran.

  4. Rolf sagt:

    Ich weiss nur auf manchen Polizeistationen wurde der Lasedrucker bereits in einen Glaskasten verbannt. Bei uns im Büro lüften wir immer viel und haben den Drucker in die Ecke gestellt. Grüße, Rolf

  5. Florian sagt:

    Das ist schon erschreckend was für negativen Einflüssen wir in unserem täglichen Leben ausgesetzt sind. Die Liste der Dinge, die unsere Gesundheit nicht beeinträchtigen geschweige denn unsere Gesunderhaltung unterstützen wird im Verhältnis ja immer kürzer. Wir sollten uns daran machen dieses Verhältnis wieder umzukehren - und zwar in allen Bereichen des Lebens. Alternativen gibt es da ja schon einige.

  6. Mundgeruch weg sagt:

    Ich selbst bin auch der Meinung, der Laserdrucker sollte bei ausgeschaltet werden, wenn er nicht benutzt wird. Solch einer Gefahr muss man sich nicht aussetzen!

  7. Fabian sagt:

    Es ist wirklich erschreckend, welche Gefahren die uns täglich vertraute Umgebung anscheinend birgt. Ich bin gespannt, welche anderen gesundheitsgefährdenden Ergebnisse die Forscher in den nächsten Jahren entdecken werden. (Stichwort Mobilfunkstrahlung und co.)

    Gruß

  8. Lynn Henning sagt:

    Mir ist nicht ganz klar was gemeint ist… Wenn also eine Nachfrage erlaubt ist: Was genau ist jetzt schädlich? Ich dachte immer dass die “Tinte” auf dem Audruck Krebserzeugend sein kann, nicht der “Tonerstaub” - wann genau wird denn Staub beim drucken ausgeben??

    Gruß

    Lynn Henning - Gesundheitscoach

  9. Dorothee sagt:

    @Lynn Henning:

    Laserdrucker enthalten keine Tinte. Toner besteht aus winzigen Partikeln, die durch eine Heizwalze auf das Papier aufgeschmolzen werden.

    Prinzipiell können Tonerstäube beim Kartuschenwechsel, bei Wartungsarbeiten und der Beseitigung von Papierstaus in die Raumluft gelangen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass geringe Mengen Tonerpartikel durch das Luftgebläse der Geräte im Raum verteilt werden.

    In den Körper gelangt dann der Staub durch Einatmen oder über das Essen, beispielsweise wenn mit verschmutzten Händen gegessen wird.

    Toner ist kein harmloser Stoff, solange er nicht auf dem Papier verschmolzen wurde. Laut Öko-Test (Heft August 2001) kann durch Hitze und Druck Styrol (krebsverdächtig) und eventuell in geringen Mengen Benzol (krebserregend) freigegeben werden. Außerdem wurden unter den nachgewiesenen Verbindungen große Mengen Dibutylzinn festgestellt, das eine hormonähnliche Wirkung bei Mensch und Tier hat. Auch das giftige Tributylzinn (TBT) wurde in Spuren nachgewiesen.

    Die Untersuchungsmethoden von Öko-Test werden jedoch von der Zeitschrift c’t in Zweifel gezogen (siehe dazu Heft: 2001/17). Insbesondere wurde moniert, dass nur zwei Drucker genauer untersucht wurden und dabei gerade die Drucker gut abschnitten, die von der c’t aufgrund hoher Ozon-Emissionen als besonders schädlich getestet wurden.

    Siehe auch:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Toner
    http://www2.tu-berlin.de/zek/koop/publikationen/tonerstaub.html

    Gruß, Dorothee

  10. Gesundheitscoach Lynn sagt:

    Hallo Dorothee,

    vielen Dank für die Erklärung :)

    Gruß,

    Lynn Henning

  11. Tom sagt:

    Naja, was ist denn heute nicht mehr Krebserregend? Das es nicht gerade gesund ist neben einem Drucker zu sitzen, der den ganzen Tag am drucken ist, dürfte ja wohl klar sein. Wer die Möglichkeit hat den Drucker in einen separaten Raum zu stellen, sollte das dann wohl tun.

    Grüße
    Tom

  12. Stan sagt:

    Ich muss auch sehr viel drucken auf Arbeit. Bin auch ständig am lüften. Mich wundert es auch nicht das ich viel öfters Niesen muss als wenn ich mal für ne Weile in Urlaub bin. Es gibt auch noch andere Schadstoffe in Büros. Hab mal was von PCBs gehört. Soll es in Möbeln , Teppichen etc geben

  13. Chris sagt:

    Wo sind wir denn nicht mehr umgeben von krebserregenden Schadstoffen. Man braucht nur einmal an den Hauptstraßen der großen Städte entlang zu gehen, da merkt man schon, welche ultra-schädlichen Abgase sich bereits in der Luft befinden. Wo sind wir überhaupt noch sicher vor all diesen gesundheitsgefährdenden Chemikalien. Auf den Straßen nicht, im Büro nicht, zu Hause nicht…

  14. Jörg sagt:

    Es ist wirklich schlimm, wie wenig bisher getan wird, um ahnungslose Käufer vor den Gefahren des Tonerstaubs zu bewahren. Im Straßenverkehr macht man wirklich alles, dabei sollten die “Umweltplaketten” auch für Elektronikgeräte des täglichen Bedarfs eingeführt werden!

  15. PKV sagt:

    Es ist wirklich übel: Laserdrucker machen Krebs; Tintenstrahldrucker machen Ausdrücke, die beim ersten Regentropfen wegfließen, obwohl die Tinte praktisch so teuer ist wie pures Gold. Gibt es eigentlich noch Farbbanddrucker, Nadeldrucker oder evtl. sogar Thermosublimation? Sonst bleibt wohl so langsam nur noch die gute alte Schreibmaschine und das Tipp-Ex-Fläschchen - oder Zettel und Stift.

  16. Lisa sagt:

    Ich bin froh, dass wir im Büro den Drucker in einem separaten Raum haben. Da muss man dann nur rein um sich seine Ergüsse zu holen. Daheim reicht der Tintenstrahldrucker.

  17. Jane sagt:

    Ich kann mir vorstellen, dass Tonerstaub ähnlich gefährlich ist, wie Dieselabgaspartikel vom Auto, wenn er denn ähnlich klein ist.

  18. alli sagt:

    einerseits ist die erkenntnis zwar beunruhigend, andererseits frage ich mich wirklich, was heutzutage nicht krebserregend ist. für alles und jedes werden windige zusammenhänge konstruiert und dann als schöne hochglanzstudie veröffentlicht. liest man sich das alles durch, besteht das leben aus einem eizigen großen krebsrisiko.

  19. Fahrrad.net sagt:

    Drucker ausserhalb der Geschäftsräume. Dieses Vorgehen haben wir in der Firma schon seit Jahren und mittlerweile bin ich froh drum.

  20. Sue Meier sagt:

    Ich denke auch, dass diese Erkenntnis sehr beunruhigend ist. Ich denke aber, dass man in diversen Bereichen bereits erheblich Fortschritte gemacht hat und dass auch hier die gesundheitlichen Belastungen immer weiter reduziert werden.
    Wobei ich froh bin, dass unser Chef schon seit langem darauf besteht, die Drucker in extra Räume zu verfrachten.

  21. Julius E. sagt:

    Im Mittelalter konnte man sich Pest, Cholera und Syphilis im Badehaus per Ansteckung holen beim geselligen Vergnügungsbad. Die staatlich geleugnete Toneremissionsseuche ereilt die Kopierertechniker, Copyshopoperator und Angestellte, die täglich oder sehr oft vor ihrem Arbeitsdrucker oder-kopierer sitzen müssen und die Ablichtungen per Hand noch sortieren bzw. in Ordner einheften müssen, ohne Lustgewinn am Arbeitsplatz. Wer behauptet, dass die im Toner enthaltenen toxischen Schwermetallverbindungen keine gesundheitlichen Schäden anrichten, hat von dieser Thematik soviel Ahnung wie eine Kuh von Gesundheitspolitik. Nach vier Jahrzehnten Sklavenarbeit im Copyshop bin ich nicht nur selbst um Gesundheit und Existenz durch das ständige Einatmen von Tonerstaub und durch das ständige Beheben von Papierstaus gebracht worden. Zunächst waren es erkältungsähnliche Zustände: Kopfschmerzen ,Stirnhöhlenentzüngung, Hustenattacken, Asthmaanfälle, Burnoutsyndrom, nach 28 Jahren Zusammenbruch durch Gehirntumor,an dessen Folgen ich noch durch Tablettencocktails mit widerlichen Nebenwirkungen zu leiden habe, Bluthochdruck, Herzoperation,rheumatische Gelenkentzündungen etc. In meinem ehemaligen Arbeitsumfeld sah es nicht besser aus. Wie Corinna Sandmann, die tonervergiftete Bankfachfrau,- diesen erschütternden Leidensbericht ” Bevor der Toner uns scheidet” sollte man nicht ignorieren- bei zwei Milliarden Kopierern und Laserdruckern weltweit kann man sich ausmalen, dass diese Seuche die Zahl der Asbestkranken und -Toten weit übertrifft- müssen die unzähligen Betroffenen den Spießrutenlauf durch die verschiedensten Facharztpraxen durchleiden mit dem Ergebnis, dass sie keine Erkältungskrankheiten haben, dass ein Psychologe oder sogar die Kautsch angesagt sei. Nur Medizinhistorker, die unabhängig von staatlicher und wirtschaftlichen Einflüssen die letzten drei Generationen von Kopiertechnikern und Copyshopoperator nach Krankheiten und Todesursachen ausforschen, können die historischen erschreckenden Ausmaße dieser Seuche ermitteln. Experimente mit Zellkulturen und entsprechenden Probanden sind ebenso wichtig. Diese werden aber stets verzögert, weil man den Wissenschaftlern die Geldmittel nur ungern und möglichst spät gewährt und die Experimentergebnisse meist betonen, dass man nichts Engültiges sagen könne und daher noch weiter Versuche nötig seien. Inzwischen gibt es weitere Kranke und Tote.

  22. Richtig lüften im Büro sagt:

    Richtig lüften im Büro…

    Hallo Ich finde einen Beitrag gut deshalb sende ich dir diesen Trackback :)…

  23. Rainer sagt:

    Nach zwei monaten arbeitung von alten laserdrucker (bewegliche teile ausbauen, reinigen, neu befüllen und wieder einbauen) zeigen sich schon erste gesundheitsprobleme wie atemnot, kopf-und nackenschmerzen und sehstörungen. Ich hab es erst ignoriert aber mein arzt sagt das es von der immensen Tonerstaubbelastung kommt der ich täglich 8 stunden ausgesetzt bin. Mir wurde geraten der gesundheit zuliebe den arbeitsplatz zu wechseln. Wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben.

  24. Regina sagt:

    Ich bin an meinem Arbeitsplatz krank geworden. Ich habe 7 Jahre in einem reprografischen Betrieb (Kopierladen) gearbeitet und war umgeben von mehreren Laserdruckern und Kopierern (Produktionsgeräte) in einem Raum ohne Fenster. Vor ca. 4 Jahren begann sich mein Gesundheitszustand zu verschlechtern, mit ständigen Beschwerden der oberen Atemwege, später dann auch der unteren Atemwege und Bluthochdruck. Vor 2 Jahren wurde dann Asthma bronchiale diagnostiziert. Außerdem fühlte ich mich oft krank und abgeschlagen, zuletzt brauchte ich die Wochenenden nur noch zum erholen, Aktivitäten waren kaum mehr möglich. Im 1. Quartal diesen Jahres war ich mehrmals an Bronchitis erkrankt. Da ich jetzt absolut sensibilisiert bin, kann ich nur hoffen, dass es nicht auch noch zu Spätfolgen aufgrund der Schwermetallbelastung kommen wird. Bereits nur kurzer Tonerkontakt aus Laserdruckern oder Kopierern (sie stehen ja fast überall) oder tonerbehaftetes Papier lösen bei mir erneute Beschwerden aus. Ich muss Gebäude mit tonerbasierten Geräten möglichst meiden, dadurch ist mein Leben stark einschränkt. Desweiteren habe ich habe COPD und bin auf Dauer arbeitsunfähig in meinem Beruf. Eine neue Berufsfindung steht an. In meinem Alter über 50, wird das nicht einfach werden.

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