Der WeltnichtraucherINNENtag

Heute ist Weltnichtrauchertag und es geht schwerpunktmäßig um die Frauen. Und das aus gutem Grund: Während bei Männern in Deutschland die Raucherquote in den letzten zehn Jahren von 32 auf 27 Prozent gesunken ist, liegt sie bei Frauen weiter konstant bei knapp über 20 Prozent.

Rauchen schadet den Frauen besonders

Frauen, die mit der Pille verhüten und rauchen sind besonders gefährdet, zum Beispiel eine Thrombose in den Beinvenen zu entwickeln. Auch das Risiko für Osteoporose erhöht sich deutlich. Ein Riesenproblem ist auch das Rauchen in der Schwangerschaft und danach. In den ersten neun Monaten nach der Geburt ist das Risiko des plötzlichen Kindstodes bei Babys von rauchenden Müttern um das Acht- bis Sechzehnfache höher als bei Kindern von Müttern, die nicht rauchen.

Ungleicher Kampf

Die Zigarettenindustrie hat längst Marketingstrategien entwickelt, um die Zielgruppe Frauen besser zu erreichen. Da sollte das Marketing der Gegenseite nicht zurückstehen. Tut es aber. Tabakunternehmen investieren hohe Summen in Marketing und Werbung, die speziell auf das weibliche Marktsegment ausgerichtet sind. Dagegen sind die Budgets, die zur Aufklärung über das Rauchen oder für Aussteigerprogramme ausgegeben werden, geradezu lächerlich. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung möchte in Zukunft Frauen gezielt ansprechen.

“Light”-Zigaretten – aus gutem Grund verboten

Eine Strategie, die vor allem Frauen ansprechen sollte, war die Einführung von so genannten “Light”-Zigaretten. Die enthielten weniger Nikotin und Teer und wurden von den Herstellern als “mild”, “leicht” oder “light” bezeichnet. Dadurch sollte der Eindruck entstehen, dass diese Zigaretten weniger gesundheitsschädlich seien.

Das Gegenteil ist der Fall. Und zwar nachgewiesen: Wer mit einer Zigarette weniger Nikotin bekommt, raucht mehr und inhaliert tiefer. Gerade dieses tiefere Einatmen des Tabakrauchs begünstigt die Entstehung einer besonders schwer zu behandelnden Lungenkrebsform.

Seit 2003 dürfen in der gesamten EU keine irreführenden Angaben über die Schädlichkeit von Tabakprodukten mehr gemacht werden. Begriffe wie “Light” oder “Mild” sind verboten.

Irreführung mit anderen Mitteln

Die Werbewelten einer Reihe von Zigarettenmarken sind gezielt auf die Lebenswelten von Frauen abgestimmt. Dabei spielt die Farbgebung eine wichtige Rolle. So erinnern die Zigarettenpackungen absichtlich oft an Diätprodukte und sollen die ohnehin in den Köpfen vorhandene Verknüpfung „Rauchen = Schlank sein“ verstärken. Wer Angst hat, durch den Rauchstopp zuzunehmen, kann sich bei der BzgA Hilfe holen.

Insbesondere gesundheitsbewusste Frauen sollen über ein helles, freundliches Farbdesign angesprochen werden. Eine kanadische Studie aus dem Jahr 2009 hat nachgewiesen, dass das Design einer Zigarettenverpackung maßgeblich mit darüber entscheidet, wie gesundheitsschädlich die Zigaretten eingeschätzt werden. Eine hellblaue Schachtel – im Vergleich etwa zu einer dunkelblauen Verpackung – suggeriert, dass eine Zigarette aus dieser Verpackung weniger Teer enthält und ihr Konsum weniger Gesundheitsrisiken birgt. Die gleiche Studie ergab auch, dass Bezeichnungen wie zum Beispiel “Silber”, durch die Verbotenes wie “light” und “mild” erstezt wurde, mit einer geringeren Gesundheitsschädlichkeit assoziiert werden.

Die Chefin der BzgA, Frau Professor Dr. Elisabeth Pott hat einen Audiobeitrag zum Thema Frauen und Rauchen gesprochen. Ich habe sie mal auf einem Kongress erlebt. Tolle Frau. Superkompetent und trotzdem nett und unterhaltsam. Mir persönlich babbelt in diesem Beitrag der Sprecher zu viel und Frau Dr. Pott zu wenig, aber trotzdem: Reinhören!

Quelle und Bild: BzgA

2 Antworten zu “Der WeltnichtraucherINNENtag”

  1. Tina Feulner sagt:

    Ein großes Problem ist, dass viele Jugendliche mit dem rauchen beginnen, wenn andere im Freundeskreis damit begonnen haben. In vielen Nachtklubs unsw. kann man den Zigaretten auch kaum entkommen.

  2. Gess Müller sagt:

    Ich lese Ihre Artikel vollständig, ich stimme mit Ihnen überein. Danke :)

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